Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1788-1789 in Galizien und der Bukowina
14 Feldzug 1788—1789 Bat tusán (Botosam). Rekitna, Revkoutz, RaranczeSlobodzia. Largo. Jassy. Rohatyn (Ruchotin). Chotin. pagnien, 8 Geschützen und 10 Escadronen in die Moldau einrücken; diese gewannen die Linie Hertza, Dorohoiu, Litenimare und Baya. Am 22. März wurde der Ort Battusan (Botoüani) fechtend genommen und die zur Verstärkung von Chotin bestimmte gegnerische Colonne nach Jassy abgedrängt. Am 22. März trafen 4 Bataillone russischer Truppen unter General Wesmittinof in Galizien ein. Da der Gegner die schwachen Besatzungen von Rekitna (Rakitna), Revkoutz und Rarancze- Slobodzia am 2. April angriff und delogirte und auch andere Posten beunruhigte, Hess Coburg zum Schutze der Bukowina die Orte Bojana (Bojan), Rarancze und Mahala mit starken Hauptposten besetzen; die vier russischen Bataillone wurden mit vier österreichischen Escadronen in die Verschanzungen von Zuczka und an die Verhaue bis über Toporoutz hinauf verlegt, endlich ein österreichisches Bataillon nach Tschernauka (Czernawka) vorgeschoben. Eine Colonne unter Oberstlieutenant Karaiczay streifte, um die Verbindung zwischen Jassy und Chotin zu hindern, im Pruth-Thale und auch der in Battusan mehrfach verstärkte Oberst Fabris beschäftigte den Gegner durch Streifungen. Während die Posten in der Linie Toporoutz-Bojana vom Gegner mehrfach beunruhigt und nach Bedarf verschoben wurden, hatte Oberst Fabris den Angriff auf Jassy vorbereitet; er setzte sich am 16. April in Marsch und stiess am 18. beim Wirthshause Largo (Uebergang der Strasse Battusan-Jassy über den Sziszuarasak-Bach) auf den Pascha Ibrahim Nazir, der mit grossen Verlusten geworfen wurde, auch alle Zwischenstellungen rasch aufgab, so dass die Oesterreicher am 19. in Jassy einziehen konnten, wobei der Hospodar der Moldau, Fürst Ypsi- lanti, gefangengenommen wurde. Am 24. April griffen 2000 Türken und 3000 Tataren zu Pferd aus Chotin den Posten Rohatyn (Ruchotin am Dnjester) in äusserst heftiger Weise an. Die hier und auf der Kuppe Bojana- Losy befindlichen sechs Compagnien kämpften heldenmüthig, von drei Geschützen unterstützt und brachten dem Gegner eine höchst verlustreiche Niederlage bei. Die Folge davon war, dass sich mehrere Tausend entmuthigte und unzufriedene Streiter aus Chotin entfernten; die Besatzung sank auf 7—8000 Mann herab und Prinz Coburg hielt den Moment für eine Unternehmung gegen Chotin günstig. Er leitete dieselbe trotz des Abmarsches der russischen