Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1788-1789 in Galizien und der Bukowina
in Galizien und der Bukowina. 15 Verstärkungen ein. An der Expedition nahmen im Ganzen 7 Bataillone, 24 Escadronen und nebst den Bataillons-, auch eine geringe Zahl von Reserve-Geschützen theil. Die Haupt-Colonne marschirte aus der Richtung Rarancze über Saroszin (Zarozeni) auf Chotin; eine Seiten-Colonne befand sich am linken Dnjester-Ufer, eine Colonne auf der Strasse Csirlena (Cerlicana)-—Sinszer (Sinzira). Der energische offensive Widerstand der Besatzung wurde in einer Reihe von heftigen Kämpfen vom 11. Mai bis 2. Juli gebrochen und die Besatzungstruppe successive auf den näheren Bereich der Festung zurückgedrängt. Am 2. Juli erfolgte die volle Einschliessung des Platzes, nachdem die russische Division Soltikoff den Dnjester überschritten und sich mit den Oesterreichern vereinigt hatte. Nach einer längeren Beschiessung und nach zahlreichen, mit der sehr activen Besatzung durchgeführten Gefechten capitulirte die Festung Chotin am 19. September; sie wurde für Oesterreich in Besitz genommen. Im Besitze Jassys waren die Oesterreicher seit 19. April nicht gestört worden; untergeordnete feindliche Abtheilungen wusste sich der nunmehrige GM. Fabris vom Leibe zu halten. Da lief Ende Juni die Nachricht ein, dass der neue Hospodar der Moldau, Manole Roszet, mit 15—20.000 Tataren im Anzuge sei. Gegen die anrückende Uebermacht hielt General Fabris den Widerstand vergeblich und gedachte nur, seine Verbindung mit Battusan sicherzustellen. Er räumte daher Jassy am 2. Juli und zog sich nach Strojestie (Storeschti) zurück. Daher sandte G. d. C. Prinz Coburg vier Escadronen und ein Infanterie-Bataillon aus Gurahumora als Verstärkung; FML. Splényi übernahm das Commando bei Strojestie. Russische Verstärkungen wurden für diese Gruppe gewärtigt imd man hoffte eine eventuelle Einwirkung des bei Jassy stehenden Gegners auf die Belagerungstruppe von Chotin verwehren zu können; in Wirklichkeit versuchte er diese gar nicht, sondern erschöpfte sich in nutzlosen Gefechten mit den dem FML. Splényi unterstehenden Truppen. Als sich Anfangs September eine russische Division unter General Elmpt nahe vor Jassy mit den Oesterreichern vereinigte und einige Unternehmungen zu Ungunsten der Türken ausfielen, räumten diese Jassy; am 3. September besetzten die vereinigten Russen und Oesterreicher die Stadt erneuert. Jassy. Jassy.