Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1788-1789 in Galizien und der Bukowina
in Galizien und der Bukowina. 13 Kaiser Josef II. ordnete nun die Mobilisirung des österreichischen Heeres an und es gelangten zur Aufstellung: a) Eine Gruppe zum eventuellen Schutze von Böhmen und Mähren; b) die Haupt-Armee in der Gegend von Peterwardein und Sémiin; c) ein Armee-Corps in Slavonien; d) ein Armee-Corps im Banat; e) ein Armee-Corps in Croatien; f) ein Armee-Corps in Siebenbürgen unter FML. Fabris, 12 Bataillone, 11 Divisionen Cavallerie; g) ein Armee-Corps in Galizien unter G. d. C. Prinz Coburg, 7 Bataillone, 6 Divisionen Cavallerie. Der Operationsplan der Oesterreicher war auf die Voraussetzung gestützt, dass eine russische Armee im Frühjahre 1788 durch die Moldau und Walachei offensiv an die Donau vorrücken würde. Die österreichische Haupt-Armee sollte über die Save und Donau gehen und vorerst Belgrad nehmen, 2 Corps nach Bosnien Vordringen, das galizische Corps nach Siebenbürgen marschiren, sich mit dem dort befindlichen Corps vereinigen, längs der Aluta bis an die Donau gegenüber Widdin vorrücken und hier mit dem Banater Armee-Corps Zusammentreffen. Es handelte sich demnach darum, die Donau bis zur Einmündung der Aluta, die Una und Save frei zu machen; die Timok-Linie und die Festung Nis bildeten weiterhin das Ziel der Operationen. Indessen stellten sich der Durchführung dieser Pläne mancherlei Hindernisse entgegen und die Aufgabe des in Galizien befindlichen Corps beschränkte sich vorerst auf die Deckung der Grenze Galiziens und der Bukowina in einer Ausdehnung von vierzig deutschen Meilen. Dies sollte durch Besetzung einiger Puncte erreicht werden, welche entsprechend hergerichtet wurden, auch wollte man durch offensives Vorbrechen über die Grenze den Gegner beschäftigen und ihn an einer Invasion der eigenen Provinzen hindern. Nach der am 9. Februar 1788 an die Pforte abgegangenen Kriegserklärung ward die Aufmerksamkeit des Prinzen Coburg auf feindliche Ansammlungen bei Chotin gelenkt; er etablirte sein Hauptquartier in Czernowitz; seine Streitkräfte waren auf 10 Bataillone, 36 Escadronen und 8 Compagnien, in Allem ca. 18.000 Mann, erhöht worden. Coburg entschloss sich, auf Chotin angriffsweise vorzugehen, erbat sich russische Verstärkungen und Hess am 12. März 4 Colonnen unter Oberst Fabris mit im Ganzen 10 Com-