Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Vorgeschichte

Vorgeschichte. 5 wien, Mieczislaw Gnesen und Pommern und Heinrich Sandomierz erhielt. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass der jeweilig älteste Prinz des Hauses Piast, zugleich mit dem Besitze von Krakau, die Ober­herrschaft (das Grossherzogthum) über die anderen Herzoge er­halten und Polen als Senior vertreten sollte. Wladislaw II. verlor 1142, als er sich die Alleinherrschaft aneignen wollte, sein Land und das Seniorat überging nun an Boleslaw IV. Im Jahre 1148 unternahmen die Polen verunglückte Kreuzfahrten gegen die Preussen, dann gegen Mecklenburg und Holstein. Ein Kreuzzug gegen Preussen 1161 endete mit einer vernichtenden Niederlage des polnischen Heeres. Herzog Heinrich von Sandomierz fiel, ihm folgte der bisher landlose jüngste Sohn Boleslaw III., Casimir, und die Söhne des im Exil verstorbenen Wladislaw erhielten Schlesien. Innere Wirren ausnützend, unterwarf sich Herzog Heinrich von Sachsen Pommern und Waldemar I. von Dänemark Stettin. Boleslaw IV. folgte von 1173—1177 Mieczislaw III., diesem von 1177—1194 Casimir II. im Seniorat. Letzterer bestimmte Gnesen zum Sitze des Familien-Oberhauptes, gab aber das übrige Gross-Polen an Otto, Sohn des Mieczislaw III., Masowien und Kujawien an Leszek, den Sohn Boleslaw IV., zurück. Casimir II. und Béla III. von Ungarn mengten sich in die Erbschafts Verhält­nisse der Fiirstenthümer Brzesc und Halicz, wobei Casimir II. der ungarischen Herrschaft im Norden der Karpathen ein Ende machte. Von Casimir II. erbten die Söhne Leszek der Weisse und Konrad Krakau, Sandomierz, Masowien, Kujawien, Leczycz und Sieradz, also einen sehr bedeutenden Theil von Polen. Das Seniorat riss im Jahre 1200 der aus dem Exil zurückgekehrte Mieczislaw III. an sich; er starb 1202. Ihm folgte sein Sohn Wladislaw III. Dieser ward im Jahre 1206, insbesondere durch die verletzte Geistlich­keit, gezwungen, Krakau nebst der Oberherrschaft an Leszek den Weissen zu überlassen. Leszek I. verfügte, dass Krakau stets im Besitze seines Leibeserben bleibe. Als er durch Meuchelmord endete, folgte sein Bruder Konrad von Masowien. Er kämpfte in den Jahren 1215 und 1218 mit Unglück gegen die Preussen. 1225 veranlasste er den Hochmeister des deutschen Ritter-Ordens, deutsche Ritter nach dem heidnischen Preussen zu schicken, die das Heiden­thum ausrotteten und deutsche Colonisten heranzogen.

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