Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869-1870

Der Aufstand in Siid-Dalmatien 1869—1870. 515 ruhen und so gut als möglich abkochen, die kleine Besatzung des dortigen Wachhauses verstärken und ausgiebig verproviantiren und kehrte am 20. Nachmittags mit der Brigade nach Knezlac, am nächsten Tage nach Risano zurück. Sowohl der Rückmarsch der Haupt-Colonne als jener der Abtheilungen unter Oberst Fischer war von den Insurgenten nur unerheblich beunruhigt worden. Dagegen hatte eine andere Ab­theilung von ihnen, auf dem südlichen Theile des Insurrections­v gebietes, in der Zupa, einen Erfolg errungen, welcher der Zeit nach mit der missglückten Expedition der Brigade Dormus in die Krivosije zusammentiel und im Verein mit dieser das Selbstver­trauen und die Unternehmungslust der Aufständischen nicht wenig steigerte. Das zwischen Cattaro und Budua, unweit der montenegrinischen Grenze, an dem Knotenpuncte der nach Kozmaö, Budua und Cattaro führenden Wege gelegene Fort S tanjevic, ’) sollte am 20. oder 21. October frisch verproviantirt werden und der Commandant der aus 33 Mann des 27. Jäger-Bataillons und 12 Artilleristen be­stehenden Besatzung, Lieutenant Weiss des genannten Bataillons, hatte sich zu diesem Behufe mit den Bewohnern der umliegenden Ortschaften und einigen Panduren ins Einvernehmen gesetzt, nachdem die Verbindung mit Cattaro unterbrochen war, in der unmittelbaren Umgebung des Forts aber bis dahin keine Ausschreitungen beob­achtet wurden. Der letztere Umstand scheint jedenfalls dazu beigetragen zu haben, die kleine Besatzung sorglos zu machen, denn als Lieutenant Weiss am Nachmittage des 21. October auf die Zugbrücke trat, um den Proviant in Empfang zu nehmen, wurde er durch einen Schuss zu Boden gestreckt und die, wie sich’s nun zeigte, in be­deutender Anzahl hinter den umliegenden Felsen verborgenen einer Cisterne; die von den Aufständischen cernirte Besatzung desselben stand unter dem Commando des Corporals Orbán des 44. Infanterie-Regiments und war bis zum Eintreffen der Brigade Dormus 15 Mann stark gewesen. 1) Das Fort, eigentlich eine Defensions-Kaserne, war ehemals ein griechi­sches Mönchskloster und im Jahre 1838 der montenegrinischen Regierung ab­gekauft worden. 1869 bestand seine Armirung aus zwei 12pfündigen Gebirgs- Haubitzen und einer 6 pfundigen glatten Kanone. Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 35 Stanjevic.

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