Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg gegen Frankreich und Sardinien 1859
Der Krieg gegen Frankreich und Sardinien 1859. 499 an Bord) und LTsly hatten ihren Cours direct gegen Venedig genommen, um Nachrichten über das Blokade-Geschwader einzuholen. Bis zum 27. Juni sollte Bouet-Willaumez diese beiden und mehrere ihm zur Verstärkung nachgesendete Kriegsschiffe an sich ziehen, sodann seine Befehle entsiegeln und die Operationen zur See beginnen. Thatsächlich machte sich am Nachmittage des 30. Juni die auf 63 Kriegsschiffe verstärkte französisch-sardinische Flotte zum Auslaufen aus dem Hafen von Antivari bereit und noch am selben Tage nahm ein Geschwader von 17 Kriegsdampfern den Cours gegen Lissa, ein zweites kleineres gegen Traste und Lastua. Das erstere erschien am 1. Juli in Sicht von Ragusa, schiffte in der Nacht auf den 3. auf der Insel Lussin piccolo Truppen aus und ankerte am 6. Juli, ohne hiebei Widerstand zu finden, vor Fiume. Das Gros der verbündeten Flotte nahm jedoch seinen Cours gegen Venedig, dampfte am 8. Juli so nahe an Pola vorüber, dass einige Kanonenschüsse gewechselt werden konnten, und ging am 9. bei Punta Rosso (unweit von Venedig) vor Anker. Als die zwei französischen Kriegsdampfer am 6. Juli um 5 Uhr Nachmittags vor Fiume erschienen, bestand die Garnison dieser Stadt aus einem Bataillon des 23. Infanterie-Regiments und einer noch nicht vollständig ausgerüsteten Compagnie Fiumaner Freiwilliger. FML. Hipssich, der mit diesen unzureichenden Streitkräften an Widerstand nicht denken durfte, ertheilte dem GM. Giersig den Befehl, die Stadt zu räumen und den Rückzug gegen San Mattia anzutreten. Die Truppen machten jedoch schon bei der Kapelle San Giovanni und der Train bei Hosti Halt. Die Tete der Brigade Civic (3 Bataillone Warasdiner Kreuzer), welch’ letztere als Ersatz für die nach dem Innern der Monarchie beorderte Brigade Giersig am 6. Juli Abends von Jellenie in Fiume eintreffen sollte, erhielt die Weisung, entweder nach San Mattia zu marschiren, oder ä cheval der Louisen-Strasse ein Lager zu beziehen. Noch um 8 Uhr Abends gelang es der Vorhut der Brigade Civic mit der Brigade Giersig in Verbindung zu treten. GM. Giersig ertheilte den beiden auf dem Marsche nach Adelsberg begriffenen Bataillonen des 23. Infanterie-Regiments den Befehl, den Marsch sofort einzustellen und Castua nebst Volosca, sowie die Verschanzungen bei Skalniza zu besetzen. Das von Verbovsko nach Fiume vorrückende 3. Bataillon Warasdiner St. Georger ward angewiesen, zur SicheKriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 34 Pola.