Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg gegen Frankreich und Sardinien 1859

500 Der Krieg gegen Frankreich und Sardinien 1859. Gorazda. rung der dortigen Stellung nach Jellenie abzurücken. Die Detache­ments zu Buccari und Porto Ré hatten sich bei Buccarizza zu sammeln und daselbst eine Stellung zu beziehen, im Falle der Nothwendigkeit aber den Rückzug nach Jellenie anzutreten. Die feindlichen Kriegsschiffe verhessen, nachdem sie auf Ge­schützertrag vor Anker gegangen und die Stadtbehörden an Bord berufen hatten, ohne einen Mann daselbst ausgeschifft zu haben, am Nachmittage des 7. Juli die Rhede von Fiume, in der Rich­tung gegen die Insel Lussin. Eine Stunde später traf das Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 23 wieder in Fiume ein, und am 9. und 10. Juli erfolgte das Einrücken der Brigade Civic. Letztere hatte den Befehl erhalten, Fiume und die benachbarte Küste gegen eine Landung des Feindes zu beschützen, vor überlegenen Streit­kräften jedoch auf der Louisen-Strasse gegen Karlstadt zu retiriren. Hinsichtlich Dalmatiens wurde in Wien die Befürchtung ge­hegt, dass der Fürst von Montenegro mit Frankreich in Verbin­dung treten und aus dieser Allianz gefährliche Folgen resultiren könnten, sobald eine französische Flotte in der Adria erscheinen würde. In erster Linie stand zu besorgen, dass Montenegro sich des Kreises Cattaro bemächtigen und auf diese Weise mit der französischen Kriegsflotte in Verbindung setzen werde. Es erging desshalb schon im Monate Januar 1859 der Befehl, die wichtigsten Puncte des dalmatinischen Küstengebietes in Ver- theidigungszustand zu setzen und Oberst Möring des Genie- Stabes wurde mit der Durchführung dieser Arbeiten betraut. Durch ihn wurden bei Cattaro 10, * Gravosa 4 und aut der Insel Lissa 2, neue Werke erbaut und bei Cattaro 4, » Gravosa 1 und auf Lissa 1, bereits vorhandene Werke durchgreifend umgestaltet. Noch vor dem Erscheinen der französisch-sardinisclien Flotte im Ilafen von Antivari begannen die Montenegriner Feindseligkeiten gegen österreichische Truppen und Einrichtungen. Der durch die Sutorina hergestellte Telegraph wurde zu wiederholten Malen zer­stört und am 9. Mai Nachts meldete der in Gorazda aufgestellte Posten, dass er viermal von montenegrinischen Abtheilungen ange-

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