Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

492 Der Krieg' in Ungarn 1848—1849. Reps. Reussmarkt. Karlsburg. Bis 2 Uhr Nachmittags dauerte der Kampf ohne Entscheidung fort. Um diese Zeit kam eine in der Richtung von Maros-Vásár­hely entsendete Kosaken-Abtheilung mit der Meldung zurück, dass in dieser Gegend vom Feinde nichts wahrzunehmen sei. General Lüders liess nun eine halbe Zwölfpfünder-Batterie auf der Strasse gegen Weisskirchen vorrücken und das feindliche Geschütz zum Schweigen bringen. Gleichzeitig gingen zwei Divisionen russischer Uhlanen zum Angriffe auf das vor Weisskirchen aufgestellte un­garische Bataillon vor, machten es zum grossen Theile nieder und eroberten vier Geschütze. Uhlanen und Kosaken warfen sich nun auch auf das ungarische Centrum und trieben es in regelloser Flucht gegen Székely-Keresztur, von wo die Trümmer des feind­lichen Corps sich nach Maros-Vásárhely zu retten suchten. Der Verlust der Russen in diesem Treffen betrug 150 Mann, darunter General Skarjatin, jener der Ungarn 1300 Mann, 8 Geschütze und 2 Fahnen. Ausserdem ward von den Russen der ganze ungarische Train mit der Reisekutsche und der Correspondenz Bern’s erbeutet. Inzwischen war General Dick gegen Reps (Kőhalom) vorgerückt. Er stiess am 30. Juli vor diesem Orte auf eine feindliche, 4000 Mann mit 9 Geschützen starke Abtheilung und drängte sie zurück. Am 31. Juli wiederholte GM. Dick den Angriff auf den vor Reps in einer gutgewählten Position aufgestellten Gegner, liess dessén rechten Flügel durch Kosaken umgehen und nöthigte den Feind, der 15 Todte und mehrere Verwundete verlor, zum Rückzuge nach Udvarhely. General Lüders marschirte am 3. August nach Erdö- Szent-Gyürgy, um Maros-Vásárhely, falls es vom Gegner noch be­setzt sein sollte, anzugreifen, sich mit General Grottenhjelm zu vereinigen und dann gegen Karlsburg und Klausenburg vor­zurücken. Stein, der die Festung Karlsburg mit 4000 Mann cernirte, hatte, als die Russen Hermannstadt besetzten, eine starke Avant­garde nach Mühlenbach und ein Cavallerie-Detachement nach Reussmarkt vorgeschoben. Als am 25. Juli General-Lieutenant Hass­fort eine Colonne zur Deckung seiner linken Flanke nach Reuss­markt dirigirte, wurden die ungarischen Vortruppen mit grossem Verluste in die Flucht geschlagen und der Ort von den Russen besetzt. Stein hob nach dieser Schlappe die Belagerung von Karlsburg am 25. Juli auf, zog einige Verstärkungen an sich und

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