Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 493 concentrirte seine Truppen auf den Höhen von Váradja, worauf er bis Langendorf (Lámkerék) vorrückte und gegen Reussmarkt streifen liess. Stein erwartete Verstärkungen aus dem Banat und wollte dann die Offensive gegen Hermannstadt ergreifen. General- Lieutenant Hassfort kam ihm jedoch zuvor und brach am 31. Juli mit 4 Bataillonen, 200 Kosaken und 12 Geschützen nach Reuss­markt auf, das er nach einem kurzen Vorpostengefechte wieder besetzte. Am 1. August setzte Hassfort seinen Marsch fort und fand den Feind zwischen Mühlenbach und Reussmarkt in Schlachtordnung aufgestellt. Die russische Infanterie griff energisch in der Front an, während die Kosaken durch eine Umgehung dem Gegner unerwartet in die Flanke fielen. Ein rechtzeitig unter­nommener Ausfall der Garnison von Karlsburg brachte den Feind in vollständige Verwirrung und regellose Flucht. Die Sieger er­beuteten 3 Kanonen, 2 Raketen-Batterien, 10 Wagen und 300 Stück Schlachtvieh. Ausserdem verloren die Ungarn 300 Todte und 1200 Gefangene, die Russen dagegen kaum 50 Mann. Da Karls­burg damit als entsetzt anzusehen war, kehrte Hassfort am 2. August wieder nach Hermannsfadt zurück. Karlsburg, von dem tapfern Oberst August befehligt und seit 25. März cernirt, hatte eine Besatzung von 1200 Manu und war mit 84 Geschützen verschiedenen Calibers armirt. Den Proviant verschaffte sich die Besatzung durch wiederholte kühne Ausfälle, sowie durch die Unterstützung der Walachen unter Abraham Janku. Am 28. März begann Kemény Farkas, der damals das Cernirungs-Corps commandirte, die Beschiessung des Platzes, welche aber vorerst ohne Wirkung blieb. Am 2. April erschien Bem vor Karlsburg und liess die Festung zur Capitulation auffordern, als diese aber abgelehnt wurde, die Beschiessung einstellen und zog später einen Theil der Belagerungs-Truppen nach dem Banate. Desshalb verhielten sich die Belagerer, welche jetzt Stein befehligte, bis 23. Juni verhältnissmässig ruhig und Oberst August liess mehrere Ausfälle unternehmen, um Proviant einzubringen und mit dem walachischen Landsturm in Verbindung zu treten. Zu letzterem Zwecke rückte am 6. Mai Oberlieutenant Munzath mit einer kleinen Abtheilung aus der Festung und kehrte am 17. mit 700 Landsturmmännern wieder dahin zurück, wobei er die Cer- nirungs-Linie der Ungarn mit grosser Kühnheit durchbrach. Nachdem Reussmarkt. Reussmarkt. Mühlenbacb. Karlsburg.

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