Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 485 Marosóny. Borgo-Prund. Ilova maré. Ilova mike. Földra. Wagen und mehr als 1000 Gewehre wurden von den Türken so­gleich ausgeliefert. Die Russen hatten in diesem Gefechte 9 Todte und 45 Verwundete. An demselben Tage besetzte GM. Engel­hardt Hermannstadt. Am 20. Juni war General-Lieutenant Grottenhjelm mit dem Gros durch den Pass von Tihuca vorgerückt, während eine Neben- Colonne, die sich in Kosna formirt hatte, die Strasse in das Szamos-Thal einschlug. Der Feind entdeckte die Vorrückung erst, als die Avantgarde unter Oberstlieutenant Springensfeld am 21. Juni vor Marosény eintraf. Die Ungarn leisteten Widerstand, wurden aber über die sogenannte Turiak-Brücke zurückgedrängt. Bei der Verfolgung exponirte sich der linke Flügel der österreichischen Truppen so, dass der Feind zum Gegenangriffe überging und erst durch ein russisches Jäger-Bataillon, das General-Lieutenant Grotten­hjelm persönlich vorführte, geworfen werden konnte. Die Ver­folgung endete erst bei Tiha. Der Verlust der Oesterreicher in diesem Gefechte belief sich auf 5 Todte und 9 Verwundete. Am 22. Juni Morgens rückte das Gros gegen die Verschanzungen von Borgo-Prund, welche aus einem Erdwerke und einer dahinter liegenden Flesche bestanden. Obwohl diese Stellung eine hart­näckige Vertheidigung gestattet hätte, gingen die Ungarn doch schon nach Abgabe einiger Kartätschenschüsse gegen Bistritz zurück. Der Verlust der Oesterreicher bezifferte sich auf 14 Mann, wogegen 54 Ungarn gefangen wurden. Gleichzeitig rückte die rechte Flügel-Colonne, über welche der russische GM. Pawlow das Commando führte, nach Weg­räumung verschiedener Strassensperren am 21. Juni mit dem Gros nach Neu-Radna, mit einem Seiten-Detachement im Ilova-Thale nach Ilova mare vor. Der daselbst aufgestellte ungarische Posten von 1000 Infanteristen, 40 Reitern und 2 Geschützen sollte überfallen werden, aber der vorzeitige Angriff der Vorposten brachte das Unternehmen zum Scheitern. Am 22. Juni vereinigte sich GM. Pawlow in Ilova mike mit seiner Seiten-Colonne. Zwei ungari­sche Bataillone, eine Escadron Husaren und einige Geschütze unter­nahmen bei diesem Orte eine Attaque, wurden aber durch die österreichische Avantgarde abgewiesen. An der Szamos-Brücke bei Földra versuchte der Gegner abermals Widerstand zu leisten, ging aber beim Vorrücken der Verbündeten eilig nach Naszód 33*

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