Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
486 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Jaád. Wallendorf. Só falva. zurück, welches er, ebenso wie Földra, in Brand steckte. Die Verluste der Ungarn an diesem Tage betrugen 72 Mann. General- Lieutenant Grottenhjelm liess das Szamos-Thal durch die österreichischen Truppen gegen einen Einbruch aus der Marmaros sichern und zog alle russischen Streitkräfte nach Rusz-Borgo zu seiner Haupt-Colonne. Diese blieb am 23. Juni bei diesem Orte stehen, schob aber ihre Avantgarde über Jaád gegen Bistritz vor. Auf die Nachricht von dem raschen Vordringen der Verbündeten sammelte Bern seine 7000 Mann und 14 Geschütze zählenden Truppen bei Deés und rückte in der Absicht, den General- Lieutenant Grottenhjelm am folgenden Tage anzugreifen und über die Grenze zurückzudrängen, am 25. Juni bis Somkerék und am 26. bis Bistritz vor. Er erreichte am 27. Juni Jaád, trieb die Vortruppen der Verbündeten zurück und stellte seine Streitkräfte bei Wallendorf in Schlachtordnung. Er richtete ein mörderisches Geschützfeuer gegen die in Front entwickelten russischen Uhlanen und versuchte hierauf den rechten Flügel der Verbündeten aufzurollen und die das Bistritz-Tlial beherrschende Höhe zu gewinnen. Ein vom Oberstlieutenant Springensfeld geleiteter Bajonnett-AngrifF warf aber den Gegner zurück und nöthigte ihn schliesslich zum Rückzuge. Der Verlust der Verbündeten bestand in 145 Mann. Bern wollte am folgenden Tage mit Umgehung des linken Flügels der Verbündeten in der Richtung gegen Rusz-Borgo einen neuen Angriff unternehmen, fand aber seinen Plan durch den General- Lieutenant Grottenhjelm durchkreuzt. Dieser liess den linken Flügel rechtzeitig vorgehen und den Feind in der rechten Flanke und im Centrum heftig bescliiessen. Um seine Rückzugslinie besorgt, verhess Bem Wallendorf und zog sich, seinen Abmarsch durch heftiges Geschützfeuer deckend, zurück. Bei Sófalva stellte ei* seine ganze Artillerie verdeckt auf und brachte durch ihr verheerendes Feuer die verfolgenden Truppen der Verbündeten zum Halten, bis eine Umgehungs-Colonne die bewaldeten Höhen in der linken Flanke der Geschütze erreichte, worauf Bem seinen Rückzug bis Szeretfalva fortsetzte. Die Ungarn verloren an diesen beiden Gefechtstagen 200 Todte und Verwundete, 300 Gefangene, 2 Geschütze und 1 Munitions-Wagen. Ueberdies begann die Desertion des Landsturmes nach jedem Gefechte grössere Dimensionen anzunehmen. General-Lieutenant Grottenhjelm, der eine energische