Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
458 Der Krieg* in Ungarn 1848—1849. Kliniec-Pass. Debreczin. Russen verloren in diesem Kampfe gegen einen übermächtigen Gegner bei 300 Mann. Görgei konnte zwar seinen Erfolg nicht mehr ausnützen, gewann aber dafür die volle Freiheit für den weiteren Rückzug und marschirte in der folgenden Nacht unbehelligt nach Zombor. am 29. nach Tokaj und am 30. Juli bis Nyíregyháza. FM. Fürst von Warschau war indessen nach Csege vorgerückt, wo er den grösseren Theil des vierten Armee-Corps an sich zog, während dessen Rest unter die Befehle des Generals Osten- Sacken gestellt ward. Das Corps des General-Lieutenants Grabbe erhielt die Bestimmung, die nördlichen Comitate Ungarns von den wieder auftretenden Landsturmhaufen zu säubern. So war die aus einer Compagnie bestehende Besatzung des Kliniec-Passes am 28. Juli von 1000 Sturmmännern unter Dercsény überfallen und vertrieben worden. Nachdem diese Compagnie Verstärkungen erhalten hatte, ging Dercsény wieder gegen Munkács zurück. Als General Tscheodajew Tokaj besetzt hatte und die Gewissheit darüber erlangt worden war, dass die Ungarn auf das linke Theiss-Ufer zurückgewichen seien, brach der FM. Fürst von Warschau mit dem 2. und 3. Armee-Corps von Csege auf und rückte in der Absicht, die feindliche Armee über Böszörmény oder Debreczin in der Flanke zu fassen, am 1. August bis Újváros vor. Görgei setzte seinen Marsch von Nyíregyháza aus in zwei Colonnen fort. Mit dem 8. und 7. Corps schlug er den Weg über Nagy-Kálló und Vámos-Pércs nach Kis-Márja ein, während das 1. Corps unter Nagy-Sándor mit dem Befehle über Hadház und Debreczin nach Berettyó-Ujfalu dirigirt wurde, die rechte Flanke der Armee zu decken und desshalb Debreczin möglichst lange zu behaupten. Am 2. August stiess die russische Vorhut auf das bei Debreczin in einer gut gewählten, verdeckten Stellung befindliche Corps Nagy-Sándor’s. Alsbald entwickelten die Ungarn eine lange Feuerlinie und eine so überlegene Artillerie, dass die Russen ihren Angriff einstellten und auf das Gros zurückwichen. FM. Fürst von Warschau liess drei Infanterie-Divisionen vorgehen, setzte deren Batterien sogleich ins Feuer und disponirte vom linken Flügel aus eine Infanterie- und eine leichte Cavallerie-Bri-