Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848 — 1849. 459 gade zum Angriffe auf die feindliche Stellung. Ein Husaren-Regi- ment wurde von der russischen Reiterei bald in die Flucht ge­trieben und die Ungarn, in der rechten Flanke bedroht und vom Feuer der russischen Geschütze bereits ins Wanken gebracht, retirirten in Unordnung theils nach Derecske, theils nach Debreczin, in welcher Stadt die nachdringenden Sieger vier Geschütze und grosse Vorräthe an Lebensmitteln erbeuteten. Die Russen verloren in diesem Treffen 200, die Ungarn 1920 Mann. Nagy-Sándor führte die Trümmer seines Corps von Derecske über den Berrettyó-Fluss und weiter nach Várad-Püspöki bei Gross­wardein, wodurch er die rechte Flanke der Armee Görgei’s ent- blösste. Die russische Avantgarde verfolgte die ungarischen Truppen gegen Derecske und Nagy-Léta, konnte vom Feinde aber nur mehr zahlreiche Nachzügler ereilen. Das 3. Armee-Corps, ver­stärkt durch eine Cavallerie-Division, wurde sogleich zur Vor­rückung auf der Strasse nach Arad befehligt, so dass am 10. August, an welchem Tage Görgei das Debouchiren über Arad versuchte, die russische Reiterei bereits in Nagy-Szalonta stand. Am folgen­den Tage schob General Rüdiger seine Cavallerie nach Nagy- Zerind und seine Vorhut nach Kis-Jenő vor. Ein Streif-Commando wurde an die Maros abgesendet, um die directe Verbindung mit der österreichischen Armee herzustellen. In den nächsten Tagen setzte das 3. Armee-Corps seine Vorrückung derart fort, dass das Gros nach Kis-Jenö und die Avantgarde nach Simánd und Zaránd gelangte. Jedes Ausweges beraubt und von vollständiger Vernich­tung bedroht, streckte Görgei am 13. August in der Ebene von Szőlős unweit Világos mit 23.000 Mann und 130 Geschützen vor dem dritten russischen Armee-Corps die Waffen. Nach der Schlacht von Temesvár sandte FZM. Haynau zahl­reiche Streif-Parteien aus, um die nächste Umgebung von den feindlichen Nachzüglern zu reinigen. Es wurde von den letzteren bald eine so grosse Menge eingebracht, dass wegen deren Ver­pflegung Schwierigkeiten erwuchsen. Am 12. August bezog das Gros des 3. Armee-Corps bei Rékás eine Stellung und schob seine Avantgarde bis Nagy-Topolovec vor. Um das 3. Corps in der Flanke zu sichern, wurde das vierte Armee-Corps über Gyarmata nach Janova und mit der Avant-

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