Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 451 auch die Tambourirung des Glaciskammes, wurden aber hier mit dem Bajonnette zurückgetrieben. Während des Retirirens, aus allen Festungs-Geschützen mit Kartätschen beschossen, erlitten die Be­lagerer sehr beträchtliche Verluste. Am 7. August begann die Abtransportirung der Belagerungs-Geschütze nach Arad und die Vorstädte, Laufgräben und Batterien blieben vom Feinde von diesem Tage an nur mehr schwach besetzt. Am 8. August unter­nahm Hauptmann Babic mit 150 Grenzern einen Ausfall gegen die Josephstadt, trieb den Gegner über die Bega - Canal - Brücke, machte 55 Gefangene und erbeutete 2 Kanonen. Der Gesammtverlust der 8840 Mann starken Garnison während der Belagerung belief sich auf 537 Mann, aber 2400 Soldaten wurden von den herrschenden Epidemien hingerafft und andere 2000 lagen noch krank darnieder. Der Vorstoss des 1. kaiserlichen Armee-Corps gegen Makó und das Erscheinen der Brigade Sartori in Apátfalva brachten in Arad die grösste Verwirrung hervor. Bereits am 6. August flüchtete die provisorische Regierung nach Lugos. Um eines Theiles des aus Temesvár abgeführten Belagerungs- Geschützes habhaft zu werden, schob FZM. Haynau am 8. August eine aus 6 Escadronen und 1 Cavallerie-Batterie bestehende Avant­garde von Perjámos über Varjas und Majhitfalva nach Vinga vor, um am folgenden Tage auf der Arader Chaussée zu streifen. Das 1. Armee-Corps rückte am 9. August von Rácz-Szent- Péter über Monostor ebenfalls nach Vinga und dirigirte die Brigade Sartori nach Pécska, wo durch eine Ueberfuhr die Verbindung mit derselben hergestellt wurde. Am folgenden Tage hatte das 1. Armee-Corps Arad auf dem linken Maros-Ufer einzuschliessen, während die Brigade Sartori auf dem rechten sich auf die Be­obachtung der Görgei’schen Armee und der Festung zu be­schränken hatte. Das 4. Armee-Corps wurde angewiesen, von Pészak über Kncz nach Hodony zu marschiren und seine Avantgarde über Kárány (Mercydorf) bis auf die Arader Chaussée vorzuschieben, während das 3. den Befehl erhielt, von Nagy-Jécsa über Kis- Becskerek an den Nyárad-Bach vorzurücken und hinter diesem, a cheval der Strasse von Becskerek, Stellung zu nehmen. Eine Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 31

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