Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
452 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. KisBecskerek. Seiten-Colonne dieses Corps hatte den Marsch von Hatzfeld aus über Gyertyámos und Beregszó nach Szakálháza einzuschlagen. Die Cavallerie-Division Wallmoden war bestimmt, die Avantgarde des 3. Armee-Corps zu bilden und noch am 9. August so weit gegen Temesvár vorzurücken, bis sie auf den Feind treffen würde. FZM. Haynau, die Division Paniutine und die Geschütz-Reserve rückten von Lovrin über Biliét nach Kis-Becskerek vor. Der streitbare Stand aller gegen Temesvár dirigirten Truppenkörper betrug nicht über 28.000 Mann. Die Cavallerie-Division Wallmoden stiess bei Kis-Becskerek auf die feindliche Nachhut, welche aus 4 Geschützen auf grosse Distanz das Feuer eröffnete. Nach den ersten Kanonenschüssen der Cavallerie-Batterien zog der Gegner seine Geschütze in das Dorf zurück und hielt sich darin verdeckt, um die kaiserliche Reiterei bei der Passirung des Ortes anzufallen. FML. Wallmoden, der das Terrain nördlich von Becskerek für die Bewegungen der Cavallerie als günstiger erkannte, rückte mit dem Gros rasch gegen Bessenova und die Arader Chaussée vor und liess nur die Reserve durch Becskerek, das der Gegner in Folge der Ueberflügelung bereits geräumt hatte, folgen. FZM. Haynau war inzwischen selbst bei der Avantgarde- Brigade Simbschen eingetroffen und gab, als das 3. Armee-Corps in die entsprechende Höhe neben die Cavallerie-Division gelangte, den Befehl zur Fortsetzung der Bewegung gegen Temesvár. Der Feind verstärkte allmählig die Zahl seiner im Feuer stehenden Batterien und sammelte einige Bataillone und zahlreiche Cavallerie-Abtheilungen, die aus dem Csóker Walde debouchirt waren. Um die Mittagszeit traf Bern bei der ungarischen Armee ein und übernahm, in Folge seiner Ernennung zum Oberbefehlshaber, die Leitung des Kampfes. Seine Absicht ging dahin, die österreichische Armee in der Front festzuhalten und dieselbe in ihrer rechten Flanke von Szakálháza aus zu umgehen. • Als sich die Vermehrung der feindlichen Streitkräfte immer deutlicher fühlbar machte, concentrirte FZM. Haynau seine Truppen hinter dem Nyárad-Bache und beschloss, die feindlichen Batterien in einem grossen Artilleriekampfe zu vernichten und die eigene Stellung so lange zu behaupten, bis das von Hodony her anrückende 4. Armee-Corps auf dem Kampfplatze erscheinen würde.