Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1789. 305 Offensive im Thale von Zsupanek rascli wieder ins Stocken. FZM. Clerfayt ging nun seinerseits ohne Zögern gegen Mehadia vor. Zwei Bataillone und vier Escadronen, welche die Avantgarde bil­deten, wurden auf der Czernahora von 600 Spahis angegriffen, machten sich aber in einem kurzen Kampfe den Weg nach der Brücke über die Bolvasnica oberhalb Mehadia frei. An dieser hatte sich der Feind abermals zum Widerstande in Bereitschaft gesetzt und brachte auch drei Geschütze ins Feuer. Die weit überlegene Wirkung der kaiserlichen Artillerie zwang die Türken bald zum Verlassen ihrer Position und Nachmittags wurde Mehadia von den Truppen des FZM. Clerfayt besetzt. Schon am 27. August ergriff der Feind erneuert die Offensive. Dschargadschi Mehemmed Pascha rückte im Thale von Zsupanek so weit vor, dass er am Abend zwischen Toplec und dem Berge Csaplia stand. Am nächsten Tage besetzten die Türken auch noch das Plateau von Lazu-Mare und sandten von hier 2000 Reiter in die Ebene hinab. Um 9 Uhr griffen die Janitscharen die Ver­schanzungen des rechten Flügels der Kaiserlichen an, wurden aber zurückgeschlagen. Als die Anstrengungen des Feindes bis Mittag ohne Erfolg geblieben waren, begann Dschargadschi Mehemmed Pascha sich auf Lazu-Mare zu verschanzen und um dies zu ver- Lazu-Mare. hindern, beschloss FZM. Clerfayt selbst zum Angriffe überzugehen. Ungeachtet der Schwierigkeiten des Terrains rückten die Truppen geschlossen und mit klingendem Spiele, von der Artillerie trefflich unterstützt, zur Attaque vor. Der Gegner wartete den Kampf nicht ab, sondern begann so eilig zu retiriren, dass 3000 Türken von dem Gros getrennt, in die Berge getrieben und von den verfolgenden Kaiserlichen grösstentheils niedergemacht wurden. Die Sieger hatten nur 67 Mann, die Türken dagegen 1000 Todte, 91 Gefangene und fünf Geschütze verloren. Am Abend nach dem Treffen lagerte FZM. Clerfayt auf der Höhe von Toplec. Der Feldzeugmeister besetzte am folgenden Tage die De- filéen von Koramnik, ohne hiebei Widerstand zu finden, da der Feind bereits in der Nacht die Ebene von Zsupanek geräumt hatte. Zwei Bataillone und sechs Escadronen Husaren rückten bis an die Donau vor. Wenige Tage später erhielt FM. Laudon die Nachricht, dass ein feindliches Corps im Anmärsche gegen Belgrad begriffen sei.

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