Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

304 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Mehadia. Bodzaer-Pass. auch, dessen Project über die Durchführung der für den Herbst beabsichtigten Unternehmung gegen Belgrad anzunehmen. Da der Feldmarschall überdies kränkelte, enthob ihn der Kaiser des Com­mandos und übertrug dasselbe dem FM. Laudon. Dieser begann am 2. August die entbehrlichen Truppen des slavonischen Corps in fünf Colonnen von Alt-Gradiska nach Mitrovic-Banovce in Marsch zu setzen. Er selbst eilte seinen Truppen voraus und übernahm am 17. August in Weisskirchen vom FZM. Colloredo das Commando der Haupt-Armee. Mittlerweile war es in der Gegend von Mehadia bereits zu grösseren Zusammenstösscn gekommen. Schon am 1. August hatte der in Mehadia commandirende GM. Vecsey die Nachricht erhalten, dass bei Czernetz 14.000 Türken eingetroffen seien. Am Morgen des 4. August meldeten die retirirenden Vorposten, dass sich nam­hafte feindliche Streitkräfte von Alt-Orsova her im Anmarsche be­fänden. Wenige Minuten später griffen 2000 Spahis die verschanzte Stellung der Kaiserlichen vor Mehadia an, wurden aber durch das Geschütz und das Musketenfeuer der Scharfschützen zurückge­trieben. Bald darauf erschien das feindliche Gros und umschloss die ganze Stellung, während eine kleinere Abtheilung die Position über das Gebirge Jelenecza zu umgehen suchte. Da die Aufstellung nur von geringer Widerstandsfähigkeit war, entschloss sich GM. Vecsey, die feindliche Uebermacht durch einen raschen und ener­gischen Gegenangriff zu werfen. Drei Escadronen Husaren attaquirten das türkische Gros und verbargen durch ihre Bewegung ein In­fanterie-Bataillon, welches mit vier Geschützen der Reiterei un­mittelbar folgte. Plötzlich räumte die Cavallerie die Front und demaskirte die Geschütze, welche durch wohlgezielte Schüsse den Feind zum Rückzuge zwangen. Die Kaiserlichen hatten 39, die Türken 150 Mann verloren. Da aber die feindlichen Truppen sich unaufhörlich verstärkten und immer heftiger gegen Mehadia vor­drängten, sah sich GM. Vecsey genöthigt, am 6. August diesen Posten aufzugeben und bis Teregova zurückzugehen. Um ihn zu unterstützen, dirigirte FZM. Clerfayt seine Streitkräfte von Karän- sebes nach Fényes und FML. Waldeck verstärkte die Postirungen in der Almás. Als FML. Hohenlohe am Bodzaer-Passe den Angriff von 800 Türken am 3. August zurückschlug und die Nach­richt von der Schlacht bei Focsani einlangte, gerieth die feindliche

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