Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
296 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Bihac. Glamoc. Doljani. Sztergar. Novi. Mihinovac. sandte der GM. Wallisch am 17. August den Major Simbschen gegen Bihaö. Der letztere verbrannte die Heuernte bei Lovo und liess vor Bihaö den Ort Skoöaj anzünden. Major Kovaöevic zog mit 600 Croaten am 20. und 21. August über Grahovo gegen Glamoö am Unae, griff die in der Nähe dieses Ortes befindliche Karaula an und verbrannte sie nebst ihrer Besatzung. Auf die Nachricht, dass sich die Türken in Doljani an der Una sammelten, um unter der Anführung des Ibrahim Basic in der Gegend von Kamensko einzufallen, beschloss der Major Simbschen den Anschlägen der Gegner zuvorzukommen. Er durchwatete am 21. August nach Mitternacht mit 500 Croaten die Una, erstürmte eine auf deren rechtem Ufer angelegte Schanze und steckte Doljani in Brand. Als der Feind sich in eine nahgelegene, mit Getreide angefüllte Karaula zurückzog, wurde auch diese angezündet und hierauf mit 170 Gefangenen der Rückzug angetreten. Vor Novi führte der Hauptmann Mihailovich am 12. August drei Compagnien bei der Tschardake Sztergar über die Una und verbrannte nach einem sechsstündigen Gefechte die benachbarte Moschee und 18 Häuser. FM. Laudon liess unmittelbar nach seinem Eintreffen in Dvor Brücken über die Una schlagen, führte den grössten Theil seiner Truppen auf das rechte Ufer und liess den Berg Mihinovac und andere dominirende Höhen vor Novi befestigen. Am 8. September bereits wurde das Feuer aus den Batterien eröffnet und in der Nacht auf den 11. September die erste Parallele, 190 Klafter von der Festung Novi entfernt, begonnen. Bald meldeten die Kundschafter, dass die bei Prjedor stehenden türkischen Truppen sich in Bewegung gesetzt hätten und zum Entsätze von Novi vorrückten. Am Morgen des 20. September wurden die Redouten der Kaiserlichen auf dem Berge Mihinovac angegriffen, aber ein mörderisches Geschütz- und Kleingewehrfeuer warf die Stürmenden zurück. Obwohl der Feind die meisten Todten und alle Verwundeten mit sich schleppte, musste der Feldmarschall noch 110 Leichname beerdigen lassen. Die Kaiserlichen verloren an Todten und Verwundeten nur 75 Mann. Mittlerweile hatten die Breschbatterien mit so gutem Erfolge gewirkt, dass der Feldmarschall den Sturm fűiden 21. September anberaumen und dessen Ausführung dem GM. Klebek übertragen konnte. Obwohl die vier Sturmcolonnen mit grosser Bravour die Höhe der Bresche erstiegen, scheiterte der