Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1788. 297 Angriff doch an dem beispiellos hartnäckigen Widerstande der Besatzung. Nach einem Verluste von 300 Mann musste Laudon die Sturmeolonnen zurückziehen. In den folgenden Tagen wurden mehrere Minen, theilweise mit sehr gutem Erfolge gesprengt. Als eine derselben am 1. October die Wasser-Bastion in Trümmer gelegt hatte, ertheilte der Feldmarschall abermals die Dispositionen zum Sturme. Am 3. October gingen wieder drei Colonnen vor und überwältigten die Besatzung, deren Rest (590 Mann) in die Kriegsgefangenschaft nach Croatien abgeführt wurde. Die Kaiserlichen hatten bei den Kämpfen um Novi 580 Mann an Todten und Verwundeten eingebüsst. FM. Laudon wollte noch vor dem Schluss der Campagne Berbir (Türkisch-Gradiska) bezwingen und eilte am 12. October nach Alt-Gradiska. Er Hess Berbir beschiessen und schloss diesen Platz durch Batterien und einen Verhau an der Verbaska enge ein. Die mit heftigen Regengüssen sich ankündigende rauhe Jahreszeit veranlasste den Feldmarschall jedoch, die Feindseligkeiten abzubrechen und die Truppen am 20. October in die Cantonnirungs- quartiere zu verlegen. Der Krieg auf den übrigen Linien des Cordons beschränkte sich auf Streifzüge. Am 13. September trieb der Fähnrich Budi- savljevic aus der Gegend von Petrovac 500 Stück Hornvieh und 20 Pferde mit sich fort und gegen Ende des Monats unternahm der Major Kovadevic einen beutereichen Zug gegen Glamoc. An der Korana streifte der Obrist Beharnik am 14. September gegen Izacic und B i h a c, steckte bei ersterem Orte mehrere Wachhäuser in Brand und kehrte ohne Verlust nach Dreznik zurück. Am gleichen Tage erfolgten Streifungen der Kaiserlichen gegen Triac, Cetin und gegen Gross-und Klein-Kladus. Nach der Einnahme von Novi trat auf der Linie des Cordons ziemliche Ruhe ein. Auf dem äussersten linken Flügel der übermässig ausgedehnten Aufstellung der kaiserlichen Truppen hatte der G. d. C. Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld mit einem schwachen Corps die Bukowina und Galizien gegen die Moldau und die Festung Chotim zu decken.1) Der commandirende General wollte in die Moldau Vordringen und Chotim wegnehmen, bevor der Feind noch Zeit gefunden hätte, seine StreitBerbir. Glamoö. Isacic. Bihac. Trzac. Cetin. Gross- und Klein-Kladus. *) Vergl. Kriegs-Chronik, IV. Theil.