Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug- 1788. 289 Rückzuge genöthigt, die Kaiserlichen erlitten jedoch namhafte Ver­luste und mussten es geschehen lassen, dass mehrere ihrer Tschar- daken in Flammen aufgingen. Am 9. Juni setzten die Türken, begünstigt von einem dichten Nebel, über die Una und fielen den linken Flügel der kaiserlichen Truppen von Novi mit grosser Vehemenz an. Als vier Compagnien Grenzer zur Unterstützung heranrückten, wich der Gegner wieder über den Fluss zurück, auf dessen anderem Ufer er die Köpfe von 16 getödteten kaiserlichen Soldaten aufspiesste. Auf dem rechten Flügel des Cordons, wo GM. Wallisch befehligte, ereignete sich nichts Erhebliches, bis am 23. Mai 700 Türken den Posten von Ochigrie überfielen. 60 Grenzer vertheidigten denselben aber so hartnäckig, dass der Feind nach einem Verluste von 30 Todten unverrichteter Sache den Rückzug an treten musste. Am 13. Juli begannen die Türken aus einer versenkten Kesselbatterie Croatisch-Dubica mit Bomben zu bewerfen, mussten aber, da die Batterie und zwei ihrer Kanonen de- montirt wurden, das Feuer bald wieder einstellen. Obwohl die Angriffe der Gegner fast jedesmal mit Glück abgewiesen wurden, verging selten ein Tag, an welchem es nicht zu einzelnen, zuweilen wiederholten Zusammenstössen kam. Am 21. Juli Nachmittags setzten 600 Türken wieder bei der Crkvina Tschardake über die Una und drängten die in der Nähe aufgestellten Husaren zurück, geriethen aber beim unvorsichtigen Nachsetzen in das Kreuzfeuer der Kaiserlichen und mussten mit Zurücklassung von zahlreichen Todten retiriren. An demselben Tage beabsichtigten die Gegner, bei der Tschardake Struga (unweit Novi) Uber den Fluss zu gehen und griffen, um ihren eigentlichen Zweck zu mas- kiren, die Tschardake Sztergar (oberhalb Novi) mit grosser Heftig­keit an. Da sie aber nicht durchdrangen und auch die Tschardake Struga entsprechend besetzt fanden, gingen sie nach einem Ver­luste von 40 Mann wieder über die Una zurück. Bei der Haupt- Armee hatte indessen eine nicht unbeträchtliche Verschiebung statt­gefunden, indem das Armee-Corps des FML. Wartensleben auf Befehl des Kaisers, der noch immer an eine Offensive gegen Serbien dachte, aus Syrmien eine Verstärkung von acht Bataillonen und zwölf Escadronen erhielt. Um die hiedurch in dem Lager bei Sémiin entstandene Lücke auszufüllen, wurden acht Bataillone aus Novi. Ochigrie. Croatisch­Dubica. Crkvina. Sztergar.

Next

/
Oldalképek
Tartalom