Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

288 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Dubica. Crkvina. Crkvina. Slabinja. Starselo (Krivaja). und 150 Soldaten verlor. Ebenso ungünstig endete der Sturm auf Dubica am 25. April. Obwohl die Freiwilligen mit grosser Tapfer­keit gegen die Bresche anliefen, scheiterte alle Bravour an dem zähen Widerstande der Türken. Nach unverhältnissmässig grossen Verlusten (unter diesen der tödtlich verwundete GM. Khuen) musste der Angriff abgebrochen werden. Kaum war die Ordnung im Lager der Kaiserlichen wieder hergestellt, als 8000 Türken von den Ab­hängen des Agino Brdo herab unter gewaltigem Geschrei zur Attaque stürmten. Obwohl durch den unerwarteten Angriff in Un­ordnung gebracht, schlugen die croatischen Truppen in einem sechs­stündigen erbitterten Kampfe den Feind zurück, verloren aber dabei mehr als 550 Mann. Nachrichten, welche ausser Zweifel stellten, dass ein 10.000 Mann starkes feindliches Corps vor Türkisch- Gradiska erschienen sei und im Begriffe stehe, sich mit jenem auf dem Agino Brdo zu vereinigen, bestimmten den Fürsten Liechten­stein, die Belagerung von Dubica am 26. April in aller Stille ab­zubrechen und auf die Flöhen von Cei’ovljani zurückzugehen. Die nächsten Wochen verstrichen unter zahlreichen, jedoch fast durch­aus ziemlich unbedeutenden Gefechten. Besonders die auf dem linken Ufer der Una angelegten Verschanzungen und der obere Brückenkopf von Dubica wurden die Objecte häufiger feindlicher Angriffe. Eine besonders heftige Attaque auf den genannten Brückenkopf erfolgte am 11. Juni, allein die Tapferkeit des dort aufgestellten Grenzer-Bataillons unter Major Löwenberg ver­eitelte alle Anstrengungen des Feindes. Am 23. Juni setzten 200 Türken unweit der Crkvina Tschardake über die Una, um die Ernte auf dem linken Ufer zu vernichten. Eine kaiserliche Ab­theilung trieb sie bald wieder zurück, konnte aber nicht verhindern, dass dieselben die Bogaser Tschardake in Brand steckten. Als der Feind noch Verstärkungen erhalten hatte, versuchte er am 26. Juni und 1. Juli den Uebergang bei Crkvina und Slabinja zu wieder­holen, wurde aber durch das wirksame Feuer der kaiserlichen Batterien daran gehindert. In der Gegend von Novi hatte GM. Ivlebek mehrere kleine Unternehmungen der Türken mit Glück abgewiesen. Grössere Be­deutung hatte jedoch nur der Einbruch, welchen 3000 Türken von Vranograc und Podzvizd her am 31. Mai gegen Starselo (Krivaja) ausführten. Auch diesmal wurden die Gegner zum

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