Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug’ 1788. 287 sofort von den Kaiserlichen besetzt und reparirt. Nach der Ein­nahme von Sabac erschien die Belagerung von Belgrad als das nächste Ziel der kaiserlichen Truppen. In der Nähe dieser Festung fanden fast täglich kleine Gefechte statt. Am 22. April unternahmen 3000 Mann der türkischen Besatzung unter dem Schutze des Festungsgeschützes und der Tschaiken einen neuen Angriff auf die Dammbauten bei Bezanja. Nur mit Anstrengung vermochten sich die Soldaten der Uebermacht, welche bereits vier kaiserliche Ge­schütze erbeutet hatte, zu erwehren und den Feind schliesslich zu­rückzudrängen. Die Kaiserlichen verloren über 350 Mann, darunter den FML. Bechard, welcher nach wenigen Tagen an der empfan­genen Wunde starb. Die Ausführung der Unternehmung gegen Belgrad verzögerte sich indessen und musste, ungeachtet alles Drängens des Kaisers, wegen der noch nicht beendeten Dämme und des Mangels an unentbehrlichen Belagerungs-Erfordernissen ver­schoben werden. Mitte Mai waren die Vorbereitungen soweit gediehen, dass die Dispositionen zur Einschliessung der Festung erlassen werden konnten. Da sich aber neue Schwierigkeiten ergaben, musste die Ausführung derselben abermals sistirt werden. Anfangs April übernahm der G. d. C. Karl Fürst Liechtenstein vom FML. De Vins das Commando des Corps in Croatien. Der neue Corps-Commandant liess, in der Absicht, Dubica wieder zu belagern, die Una in der Nacht vom 19. auf den 20. April von zwei Colonnen passiren und den türkischen Platz einschliessen. In der folgenden Nacht wurden die Laufgräben eröffnet und am 22. April begannen die kaiserlichen Batterien ihr Feuer. Dieses war von so guter Wirkung, dass sich nach weiteren 24 Stunden eine 20 Klafter breite Bresche gebildet hatte. Der commandirende General befahl, dass am 25. April der Sturm unternommen werden solle, liess aber, da verlässliche Nachrichten von Ansammlungen feindlicher Truppen eingelangt waren, zwei Recognoscirungs-Detachements absenden. Das eine, unter dem Obristen Buhenhofen, hatte auf dem Wege gegen Prjedor, das andere, am 22. April unter dem Major Skaritza, über den Agino Brdo gegen Kozarac vorzugehen. Bubenhofen voll­zog den ihm ertheilten Auftrag ohne Gefecht und Verlust, während Skaritza, dem sich der Generalstabs-Obrist Neu angeschlossen hatte, in einen von den Türken gelegten Hinterhalt gerieth und 5 Officiere Be/anja. Dubica. Agino Brdo.

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