Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

286 Der Krieg1 gegen die Türken 1788—1791. Vulkan-Pass. Sinaia. Sabac. Communications-Brücke aufgestellten Compagnien mit grosser Vehe­menz an und brachten sie in Unordnung. Ein Zug des Husaren- Regiments Wurmser kam aber rechtzeitig zu Hilfe, hieb viele Feinde nieder und trieb den Rest derselben zurück. Immerhin be­trugen die Verluste der Kaiserlichen in dem Gefechte am 7. März mehr als 90 Mann. Das Armee-Corps in Siebenbürgen sollte so lange in der De­fensive bleiben, bis das galizische und das croatische Corps fühlbar in die Operationen eingreifen konnten. Bis dahin sollten die Pässe Siebenbürgens besetzt und das Land gegen feindliche Einbrüche geschützt werden. Wiederholt versuchten türkische Streifcorps nach Siebenbürgen einzudringen, wurden aber stets mit Verlusten zurück­geworfen. So verlief ein den 21. März am Vulkan-Passe statt­gehabtes Gefecht ungünstig für den Feind, ein Angriff auf das Kloster Sinaia am 28. März hatte für ihn eine empfindliche Schlappe zur Folge. Hauptmann Nikolaus Freiherr von Räuber vertheidigte diesen, vom Tömöser Passe aus vorgeschobenen Posten mit zwei Székler-Compagnien (300 Mann und 1 Geschütz) gegen 2300 Türken, welche nach einem Verluste von mehr als 400 Mann zurückge­trieben wurden. Die Kaiserlichen hatten in dem ungleichen Kampfe nur 60 Mann eingebüsst. Kaiser Josef II. verhess Wien gegen Ende Februar und traf, nachdem er den ganzen Grenz-Cordon von Triest ab besichtigt hatte, am 20. März in dem der türkischen Festung Sabac gegen­über befindlichen Orte Klenak mit dem FM. Lacy zusammen. Hier wurde der Entschluss gefasst, Sabac wegzunehmen und dessen Re- cognoscirung angeördnet. Die letztere unternahmen und zwar am 2. und 3. April der FZM. Rouvroy und die GM. Steinmetz, Miko- wini und Zechenter. Nach seiner Rückkehr in das Hauptquartier zu Futak befahl der Kaiser die Vorrückung der Haupt-Armee aus der Gegend von Peterwardein in jene von Semlin-Banovce und die Ausführung des Angriffes auf Sabac durch die Truppen des slavo- nischen Armee-Corps. Unter seiner persönlichen Leitung begann am 20. April die Ueberschiffung der Truppen auf das rechte Ufer der Save. Nach einer mehrtägigen Beschiessung, während welcher Josef II. an Bravour seinen Truppen ein glänzendes Beispiel gab, capitulirte die Festung am 24. April. Die Garnison (700 Mann) wurde kriegsgefängen nach Peterwardein abgeführt und der Platz

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