Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1717. 253 fehlte und an einen von den Türken neu ausgehobenen Graben gerieth. Der dadurch alarmirte Feind empfing die kaiserliche Cavallerie mit einem heftigen Feuer und lockte durch dieses die eigene Reiterei zur Unterstützung herbei. Während die Türken ihre Schlachtordnung ohne besondere Schwierigkeiten formirten, verhinderte der Nebel die Kaiserlichen, die ihnen angewiesenen Stellungen aufzufinden. Unglücklicher Weise hatte die Infanterie Befehl erhalten, sich an die Reiterei des rechten Flügels anzu- schliessen und gerieth in Folge dessen auch viel zu weit nach rechts, wodurch es geschah, dass im Centrum eine Lücke entstand, in welche mehrere feindliche Bataillone eindringen konnten. Inzwischen hatte G. d. C. Graf Mercy mit der Cavallerie des zweiten Treffens dem FM. Pälffy Luft gemacht und den Feind zurück- gedrängt. Dieser griff verstärkt neuerdings an, stiess hiebei aber auf die kaiserliche Infanterie, die in geschlossener Frontlinie von Starhemberg herangeführt wurde, während die Reiterei Pálffy’s den Türken in die Flanke fiel. Diesem Anpralle vermochte der Gegner nicht mehr zu widerstehen. Er wich und liess seine Batterien in den Händen der Kaiserlichen. Um diese Zeit hatte sich das Gefecht bereits auf der ganzen Linie entwickelt. Der linke Flügel war bis an die türkischen Laufgräben vorgerückt und hatte diese mit dem Bajonnette genommen. Aber auch der Feind hatte im Centrum Boden gewonnen und sich in dichten Massen zwischen den beiden Flügeln der kaiserlichen Armee eingekeilt. Gegen acht Uhr Morgens zertheilte sich der Nebel, der bis dahin jeden Ueberblick verhindert hatte und liess die überaus gefährlich gewordene Situation erkennen. Blitzschnell führte Prinz Eugen das zweite Treffen unter Braunschweig zum Angriffe vor und warf sich mit der Reiterei in die Flanke der vorgedrungenen Türken, während die Infanterie in der Front vorging und in einem blutigen Handgemenge die Verbindung zwischen den beiden Flügeln der kaiserlichen Armee wieder herstellte. Nur um eine Batterie von 18 Geschützen, die im Centrum der türkischen Position aufgefahren war, schaarten sich die Janitscharen und leisteten den verzweifeltsten Widerstand. Gegen diese liess Prinz Eugen 4 Bataillone und 10 Grenadier-Compagnien, deren Flanken zwei Reiter-Regimenter deckten, zum Sturme vorrücken. Ohne einen Schuss abzufeuern, warfen sich die Tapfern mit dem Bajonnett auf den Feind und