Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

nahmen in einem mörderischen Gemetzel die Batterie in Besitz. Um 9 Uhr Morgens wich der Gegner auf allen Puncten und die siegreiche kaiserliche Armee breitete sich auf den erstürmten Höhen aus. Die Husaren wurden zur Verfolgung des Feindes befehligt und brachten, unterstützt von dem serbischen Landvolke, diesem noch grosse Verluste bei. Das ganze Lager mit ungeheuren Vor- räthen, 200 Geschütze, 51 Fahnen und 9 Rossschweife fielen den Siegern in die Hände, welche ihren Triumph allerdings auch mit einem Verluste von 5000 Mann an Todten und Verwundeten er­kauft hatten. Unter den Todten befanden sich dieFML. Graf von der Hauben und Josef Anton Fürst Lobkowitz; unter den Verwundeten Prinz Eugen von Savoyen, die G. d. C. Ebergényi und Monte- cuccoli, dann die GFWM. Eckh, Locatelli, Dalberg, Ottokar Graf Starhemberg und Franz Wallis. Die Verluste der Türken betrugen Uber 20.000 Mann. Der glänzende Sieg von Belgrad hatte den Fall der Festung zur unmittelbaren Folge. Schon am 18. August wurde die Capitu­lation abgeschlossen und am 22. befanden sich die Festung, 600 Ge­schütze, die ganze türkische Donau-Flottille und eine grosse Menge von Munition im Besitze der Kaiserlichen. Es war aber auch hohe Zeit gewesen, dass die Entscheidung fiel, denn im Rücken der kaiserlichen Armee standen die Verhält­nisse nichts weniger als günstig. Im Gebiete von Temesvár streiften türkische Corps, und eine Heeres-Abtheilung von 15.000 Mann, theils aus Tataren, theils aus ehemaligen ungarischen Malcontenten bestehend, brach durch die Moldau in Siebenbürgen und Ober- Ungarn ein und drang unter furchtbaren Verwüstungen des Landes über Radna bis Bistritz vor. Károlyi, der Befehlshaber in Szathmár, wich vor dem Feinde hinter die Theiss zurück. Prinz Eugen von Savoyen sandte den G. d. C. Grafen Mercy mit sechs Reiter-Regimentern und zwölf Bataillonen zur Besetzung des Banates ab und detachirte vier Cavallerie-Regimenter unter dem G. d. C. Grafen Martigny über Arad nach Ober-Ungarn. Bei der Annäherung der Kaiserlichen zogen sich die Tataren in Eile durch die Marmaros und Moldau wieder zurück, wobei sie durch das bewaffnete Landvolk empfindliche Verluste erlitten. — Um Siebenbürgen zu sichern, wurde der FML. Viard mit zwei Cavallerie- Regimentern dahin gesandt und auch Mercy und Martigny ange-

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