Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

250 Der erste Krieg Kaiser Karl VI. gegen die Türken 1716—1718. Lesnica. Belgrad. über die Save unternahm. Er marschirte im Mai mit 1200 Gren­zern und zwei Geschützen gegen die zwischen Zvornik und Sabac angelegte Schanze (bei Lesnica), legte einen Theil seiner Mann­schaft in einen Hinterhalt und nahm mit dem Reste die Ver- schanzung mit Sturm. Diejenigen Türken, welche sich durch die Flucht zu retten suchten, fielen den Croaten in die Hände und wurden von ihnen niedergemacht. Prinz Eugen, der die Operationen ohne Zögern beginnen wollte, traf am 21. Mai im Lager bei Futak ein, bereiste mit Mercy sodann das neu eroberte Gebiet von Temesvár bis nach Pancsova und führte am 9. Juni die Armee nach Peterwardein, bei welch1 letzterem Orte er die Donau zu überschreiten beschloss und am 15. und 16. Juni auch passirte. Der Prinz hatte den Uebergang bei Pancsova hauptsächlich deshalb gewählt, um sich mit den in Siebenbürgen und im Banate bequartierten Truppen rascher zu vereinigen und die von den Türken geplante Unter­nehmung gegen Temesvár zu verhindern. Am 18. Juni recogno- scirte Eugen Belgrad, liess zur Verbindung mit Croatien und dem Banat Schiffbrücken über die Donau und die Save schlagen und mit der Aushebung der Laufgräben beginnen. Die kaiserliche Armee, 61 Bataillone, 176 Schwadronen stark, umschloss Belgrad vollständig und lehnte sich links an die Save, rechts an die Donau. Die Tschaiken ankerten ober- und unterhalb der Donau-Brücke, u m diese zu schützen und die Verbindung zwischen Belgrad und der feindlichen Flottille zu sperren. Die türkische Besatzung bezifferte sich auf 30.000 Mann, grösstentheils Kerntruppen, welche der erprobte Mustapha Pascha von Rumelien befehligte. Ausserdem sammelte der neue Gross­vezier Chalil Pascha bei Adrianopel eine Armee, über deren Stärke die abenteuerlichsten Gerüchte verbreitet wurden. Um sich gegen diese zu sichern, liess Prinz Eugen von Savoyen sein Lager vor Belgrad durch Wälle und Gräben umgeben und auf das stärkste befestigen. Der Feind suchte diese Arbeiten durch starkes Feuer aus der Festung zu stören und unternahm am 29. Juni zwei hef­tige, jedoch erfolglose Ausfälle. Ebenso vergeblich war sein in der folgenden Nacht unternommener Versuch, durch losgelassene Schiffmühlen die Donau-Brücke der Belagerer zu zerstören. Am 1. Juli räumten die Türken Sémiin, welches der FML. Hauben

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