Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug’ 1717. 251 zwei Tage später besetzte. Am 5. Juli griff der Feind mit seiner Flottille zwei kaiserliche Schiffe an, welche bei Sémiin vor Anker lagen, verlor aber dabei mehrere Fahrzeuge und wurde zurückgewiesen. Nachmittags wurde der Angriff mit mehr als 50 Tschaiken wieder­holt, wobei die Türken auch Truppen auszuschiffen suchten. Die Feldmarschall-Lieutenants Hauben und Seckendorf warfen den Feind aber auf seine Schiffe zurück und die letzteren mussten nach einem dreistündigen Kampfe und einem Verluste von mehr als 200 Todten unter die Kanonen der Festung zurückkehren. Der Grossvezier war indessen in Nisch angekommen und gab sich den Anschein, als wenn er gegen Karansebes und Sieben­bürgen vorrücken wollte. Eugen erkannte aber die Absicht des Gegners, welche dahin zielte, die kaiserliche Armee von Belgrad wegzulocken und liess sein Lager nur noch stärker fortificiren. Als am 13. Juli ein heftiger Sturm die kaiserlichen Brücken be­schädigt hatte, wollte sich die Besatzung die im Lager eingetretene vermeintliche Verwirrung zu Nutze machen und die Save-Brücke gänzlich zerstören, wurde aber vom GFWM. Graf O’Dwyer zuriick- getrieben. Nicht besser endete ein Ausfall am 17. Juli, obwohl die Belagerer in dem erbitterten Kampfe empfindliche Verluste erlitten, unter welchen sich auch der gefallene GFWM. GrafMar- sigli befand. Indessen hatte der Prinz die durch den Sturm be­schädigte Donau-Brücke wieder kerstellen und eine zweite über die Save schlagen lassen. Am 22. Juli wurde das schwere Geschütz in die Batterien eingeführt und am 23. Nachts das Feuer eröffnet. Dasselbe war von so vortrefflicher Wirkung, dass in wenigen Tagen der grössere Theil der Wasserstadt in Trümmern lag und eine bedeutende Anzahl der Kanonen in der Festung demontirt war. Gleichzeitig war die, angeblich 300.000 Mann, thatsächlich aber mehr als 200.000 Mann starke Entsatz-Armee bis gegen Semendria vorgerückt und hatte einen Theil der Janitscharen gegen Grocka vorgeschoben. Ein türkisches Corps von 30.000 Mann überschritt die Donau und streifte im Banate von Temesvár, während ein anderes, wenig schwächeres, vor Me hadi a erschien, aber in drei verzweifelten Stürmen, in welchen es 3000 Mann ein- büsste, abgewiesen wurde. Erst als die Besatzung bis auf 350 Streit­bare geschmolzen war, capitulirte der Commandant Major Herlenval am 28. Juli gegen freien Abzug. Mehadia.

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