Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1717. 249 Bukarest. G. d. C. Graf Steinville, der commandirende General in Siebenbürgen, war von Eugen angewiesen worden, dem Feinde in der Moldau, ganz besonders aber in der Walachei, Abbruch zu thun und in diesen Ländern Kriegs-Contributionen einzutreiben. Der Grenz-Capitän Dettina marschirte deshalb mit 12.000 Mann Raizen in die Walachei ein, deren Bewohner ihn wie einen Befreier empfingen, und gelangte fast unbemerkt bis an die Thore von Bukarest. Am Morgen des 25. November drang Dettina in die Stadt ein, überfiel den tyrannischen Hospodar Nikolaus Maurocor- dato in seinem Schlosse und brachte ihn als Gefangenen nach Hermannstadt. Feldzug 1717. Quellen: Wie bereits angegeben. Das zweite Jahr des Krieges gegen die Türken begann für die Kaiserlichen mit einer Reihe von Unfällen. Ein kleines Streif- Corps rückte gegen Jassy vor und bemächtigte sich des dortigen Schlosses, wurde aber von den Tataren überfallen und fast ganz aufgerieben. Türkische Abtheilungen gingen über die Save, überwältigten die kaiserlichen Postirungen in Syrmien und tödteten den Grenz-Capitän Monasterli, während ein anderes feindliches Streif- Corps gegen Karlovitz vordrang und die in der Nähe befindliche, sogenannte Friedens-Capelle in Brand steckte. Eine Streifung, welche Obrist Neipperg von Uj-Palánka aus auf türkisches Gebiet unternahm, hatte anfangs einen glücklichen Fortgang, schliesslich gerieth aber das Detachement in einen Hinterhalt, verlor die meisten seiner Leute und nur ein kleiner Rest vermochte sich durchzuschlagen und zu entkommen. Noch empfindlicher war der Schade, welchen die kaiserliche Donau-Flottille erlitt. Obristlieutenant Ernst Petrasch hatte vom G. d. C. Grafen Mercy den Auftrag erhalten, einen starken Provianttransport zu Schiffe von Peterwardein nach Pancsova zu bringen. Er vollführte diese Aufgabe glücklich, wurde aber auf der Rückfahrt von der weit überlegenen feindlichen Tschaiken-Flotte angegriffen. Während des Gefechtes entzündete sich das Pulver in dem Schiffe, auf welchem sich Petrasch befand. Die Explosion tödtete einen grossen Theil der Bemannung und Obristlieutenant Petrasch fiel schwer verwundet in Gefangenschaft. Erfolgreich verlief dagegen ein Streifzug, den der Obrist Petrasch