Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Die Rákóczischen Unruhen. 237 sehen werden konnten, aufzusuchen und unschädlich zu machen. Um die nördlichen Grenzgebiete von den Resten der Rehellenhaufen zu säubern, marschirte Steinville gegen Ende des Jahres bis Szurdok vor, von welchem Orte abermals Üetachements nach den seuchenfreien Ortschaften ahgesendet wurden. Feldzug 1711. Quellen: Wie bereits angegeben. Am Schlüsse des Jahres 1710 befand sich, mit Ausnahme einiger weniger Gespannschaften, ganz Ungarn wieder in der Bot- mässigkeit des Kaisers. — Rákóczi suchte zwar mit Hilfe des Czars Peter I. von Russland dem Aufstande neue Nahrung zuzuführen und wurde bei diesem Bemühen auch von Frankreich unterstützt, war aber schliesslich doch nicht im Stande, der Zersetzung und Auflösung, in welche seine Partei gerathen war, zu steuern. Die Versprechungen des Czars erwiesen sich bald als trügerisch, und ausserdem hatte der Kaiser dem FM. Grafen Pálffy nicht allein das Ober-Commando in Ungarn ertheilt, sondern diesem vertrauenswürdigen Manne auch umfassende Vollmachten ertheilt, um die Pacification des Landes durch Unterhandlungen mit den Häuptern der Aufständischen herbeizuführen. Pálffy, der durch seine Geburt und seinen Charakter das Vertrauen der Ungarn besass, hatte schon im Spätjahre 1710 mit dem Grafen Alexander Károlyi Verbindungen angeknüpft, welch’ letzterer bereits früher in Gegensatz zu den Plänen Rákóczi's und Bercsényi’s gerathen war. Um den begonnenen Unterhandlungen grösseren Nachdruck zu gehen, zog Pálffy alle seine verfügbaren Truppen gegen Debreczin und die Theiss vor. Der Feldmarschall stand am 3. Januar 1711 bei Nagy-Körös, von wo der Vormarsch gegen Debreczin angetreten wurde, gegen welchen Ort auch Truppen aus Siebenbürgen unter FML. Montecuccoli beordert worden waren. Die Streitkräfte Pálffy’s bestanden während der Vorrückung am 8. Januar bei Szoboszló und am 10. Januar unweit Debreczin leichte Gefechte gegen die Ueberreste der Rebellen-Armee. Während FM. Pálffy, ohne Unterbrechung der mit den Insurgentenführern angesponnenen Verhandlungen, die letzten Zufluchtsorte der Rebellen immer enger umfasste, erschien FML. Graf Szoboszló. Debreczin.