Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

238 Feldzug 1711. Sarkad. Sólyomkö. Murány. Kaschau. Ungvár. Huszt. Kővár. Munkács. Löwenburg, der Commandant von Grosswardein, vor Sarkad und brachte diesen Platz, der die Verbindungen zwischen Jenő, Szegedin, Arad, Szolnok und Siebenbürgen beherrschte, schon am 11. Januar durch Capitulation in seinen Besitz. Einen Monat später, am 12. Februar, ergab sich das stark befestigte Schloss von Sólyomkö, wahrscheinlich mit der geheimen Zustimmung Károlyi’s. Murány, seit dem vorigen Jahre blokirt, öffnete den Kaiserlichen ebenfalls seine Thore, welche nun den Cernirungsgürtel um das wichtige Kaschau immer enger und enger ziehen konnten. Pálffy, der mit Hilfe des kaiserlichen Hofkriegsrathes Locher von Lindenheim und des FML. Ebergényi die Verhandlungen mit Károlyi und anderen Häuptern der Insurgenten eifrig und erfolg­reich fortsetzte und den am 17. April eingetretenen Tod des Kaisers Josef I. einstweilen geheim hielt, brachte die mehr als 3000 Mann starke Besatzung von Kaschau dahin, sich am 27. April zu er­geben. An demselben Tage wurde zwischen FM. Pálffy und Károlyi im Schlosse Nagy-Károlyi der Unterwerfungsvertrag in seinen ein­zelnen Artikeln festgestellt. Hierauf begab sich Locher in das Lager der Aufständischen unweit Majtény, in welchem noch unge­fähr 10.000 Mann versammelt waren. Das Vertrags-Instrument wurde hier vorgelesen und fast ohne Berathung angenommen. Am 30. April kam FM. Pálffy selbst nach Majtény, hielt eine Heerschau über die Insurgenten und enipüng hierauf die 147 Fähnlein, welche die Rebellen in seine Hände niederlegten. Károlyi und die Officiere der Insurgenten schwuren sodann dem Kaiser den Eid der Treue. In Folge dieser Uebereinkunft ergaben sich am 15. Mai in rascher Folge Ungvar, Huszt und das feste Schloss Kővár. Nach der am 30. Mai erfolgten feierlichen Proclamation des mit den Insurgenten abgeschlossenen Vertrages von Szathmár be­fand sich, mit Ausnahme des wohlarmirten Munkács, ganz Ungarn im Besitze des Kaisers Karl VI., der damals eben auf der Reise aus Catalonien nach Frankfurt am Main begriffen war. FM. Pálffy liess desshalb den Platz durch FML. Löffelholz einschliessen, welcher der Besatzung auf der Weide die Heerden wegnahm und sodann erfolgreiche Anstalten traf, um dem Platze das Trinkwasser zu entziehen. Als die an der Festung erbaute Mühle durch das Ge­schütz der Kaiserlichen zerstört worden war, sah sich der Com­mandant Sennyey am 23. Juni zur Capitulation gezwungen. Mit

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