Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VI. Bande)

32 Hausenblas. wird überdies selbst beute noch durch Buschwerk und viele dichte Auen an beiden Ufern beeinträchtigt’ und dies war zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts und vor der Rhein-Regulierung in noch weit höherem Grade der Falb Von Mainz bis nahe oberhalb Bonn ist das Strombett geschlossen und wird durch das auf beiden Seiten heran­tretende hohe und vielfach felsige Ufer oft auf 5U0 bis 600 Schritte eingeengt. In der Nähe von Bonn erweitert sich das Thal wieder mehr und mehr, bis der Strom unterhalb dieser Stadt die nord­europäische Tiefebene betritt, welche er nun in trägem, gewundenem Laufe durchschneidet. Die mittlere Tiefe des Stromes beträgt zwischen Basel und Kehl 1 bis 4 m, nördlich Kehl bis Wesel 4 bis 8 »». Das Gefälle zwischen Basel und Mainz ist ziemlich stätig, dann nimmt die Geschwindigkeit in der Strecke Mainz - Bonn zu und ist abwärts Mainz so stark, dass zur Verankerung von Ponton­brücken die schweren, von Rheinschiffen benützten Anker ge­nommen werden mussten. Im Jahre 1792 war der Rhein in der Strecke Basel - Wesel nur bei Basel und Strassburg permanent überbrückt. Schiffbrücken gab es bei Mannheim, Mainz und Nieder- Wesel; fliegende Brücken, Fähren, Ueberfuhren waren jedoch in beträchtlicher Anzahl vorhanden. Im März und Juli ist in der Regel auf Hochwasser zix rechnen. ) Die Mosel wird erst abwärts Toul, wo sie die Strasse Strass­burg-Paris kreuzt, zum militärischen Hinderniss. Die beiderseitigen Bergplateaux treten hier mit hohen und steilen Rändern nahe an den Fluss. Unterhalb Metz erweitert sich das Thal am linken Ufer bis zu einer Breite von 7 km1), verengt sich dann wieder bei Thionville und wird von Sierck ah durch dicht herantretende Fels-Ufer geschlossen, welche, eine kleine Thalerweiterung bei Trier ausgenommen, den Fluss bis zu seiner Mündung begleiten. Die Mosel wurde von Metz abwärts befahren und 1792 auch in der Strecke Koblenz - Trier als Nachschubslinie für die Verpflegung ausgiebig benützta). Brücken befanden sich bei Toul, Meffe", Thion­ville, TriCrj Bern kastei und Kotóenz. Für eine vom Rhein gegen Westen vorrückende Armee bildet die Mosel in der von Süd nach ') Die rechten Thalbegleitungshöhen bleiben hart am Ufer und dominiren das linke Ufer bedeutend. 2) K. A. 1792; VIII, 8. Heute ist der Fluss schon von Toul angefangen schiffbar.

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