Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VI. Bande)
Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 33 l' Nord laufenden Strecke Toni zur Saar-Mündung ein Operations- hinderniss, welches durch einfache Befestigungen noch schwerer überschreithar gemacht werden kann, während von da abwärts die geänderte Laufrichtung der Mosel im Vereine mit dem Hundsrück eine Art Trennung des gesammten westrheinischen Kriegs-Schauplatzes schafft. Die Saar hat ähnliche Uferverhältnisse wie die Mosel, zumeist ein tief eingeschnittenes, felsiges Thal mit einzelnen Erweiterungen, woselbst sich dann auch Brücken oder geeignete Uebergangspuncte befinden, wie hei Saarbrücken, Saarlouis, Merzig und Conz1). Zum militärischen Hindernisse wird die Saar übrigens erst nach Aufnahme der Blies. Von den Zuflüssen der Saar ist nur die Nied von einigem Belang durch ihr tief eingeschnittenes Thal, welches die von Saarlouis und Saarbrücken nach Thionville und Metz führenden Com- municationen durchschneidet. Die M aas durchfliesst bis Verdun ein breites Muldenthal mit hohen, bald steilen, bald sanftem Rändern und ist in dieser Strecke von Infanterie und Cavallerie an vielen Stellen durchfurthbar. Von Stenav bis Meziéres ist im allgemeinen das rechte Ufer dominirend - und felsig. Von Meziéres bis Lüttich durchbricht der Fluss die Ardennen und zwängt sich, vielfach mit Inseln angefüllt, durch einen schmalen Glebirgsspalt mit meistentheils hohen, felsigen, von Seiten- thälern häufig durchbrochenen Rändern. Von Lüttich abwärts erweitert sich das in eine Hügellandschaft übergehende Thal, bis der Fluss hei Maastricht in die Tiefebene eintritt. Die Breite der Maas beträgt hei Verdun ungefähr 100, bei Namur 180, hei Lüttich 250 Schritte. Die Schiffbarkeit begann 1792 erst hei Charleville, während der Fluss heute schon von Verdun an befahren wird. Im Jahre 1792 war die Maas ausser bei Verdun noch bei Stenay, Sedan, Meziéres, Givet/(Schiffbrücke), Dii^ant, Nantüf'2), 1 IpV, LiUtieh und Maastricht überbrückt. ') Bei Conz treten die linken Uferhöhen so weit zurück, dass eine Ebene entsteht, welche vom rechten hohen Ufer dominirt wird. Der Südrand dieser Ebene wird von den Höhen von Tavern und Wavern gebildet, welche in allen Feldzügen ihre Rolle spielten. 2) Hier befand sich eine steinerne, 400 Fuss lange Brücke, die jedoch in sehr schlechtem Zustande war. Mitth. des k. und k. Kriegs-Archivs, Neue Folge. V. 3