Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Hauptmann Alexich: Die freiwilligen Aufgebote aus den Ländern der ungarischen Krone 1741 und 1742. II. Die Pressburger Landtagsbeschlüsse und die allgemeine Insurrection in Ungarn 1741/42 (Schluss)

188 NACH DEM BRESLAUER FRIEDEN VOM 11. (28.) JUNI 1742. Inzwischen hatte König Friedrich II. Mähren geräumt; in Böhmen war es am 17. Mai 1742 bei Czaslau zur Schlacht mit der österreichischen Haupt-Armee gekommen, im Juni reiften bereits die Friedens-Verhandlungen mit Preussen, die im Friedens-Schlüsse in Breslau am 11. (28.) Juni 1742 Schlesien in die Hand Friedrich II. brachten, aber endlich auch die Möglichkeit gewährten, mit ganzer Kraft sich gegen Frankreich und Bayern zu wenden. Die innere Verfassung und die Verhältnisse der Erblande der Königin wie Ungarns, waren nicht darnach angethan gewesen, um rechtzeitig ein Machtaufgebot zu verwirklichen, fähig, den Krieg gegen Preussen, Frankreich, Bayern und Sachsen gleichzeitig zu führen. Maria Theresia musste schweren Herzens Schlesien preisgeben, um wenigstens den einen Feind zu befriedigen und sich rüsten zu können zu dem weiteren, noch unabsehbaren Krieg. Bevor indessen der Kern des ganzen ungarischen Landes-Auf­gebots, die sechs Infanterie-Regimenter, dienstfähig war, blieben die kleinen Aushilfen und Dispositionen des Moments ziemlich werthlos. Die Aufstellung der Regimenter aber brauchte unendlich viel Zeit und bot zunächst wenig Aussicht auf völliges Gelingen. Dem Regimente Bethlen wurde als eigentliche Errichtungs- Station, in welcher die Transporte aus den Sammel-Plätzen in Bataillone zusammenzustellen waren, das an der Grenze liegende Ungarisch-Hradisch bestimmt. Die Aufstellung des Regiments machte in den Wintermonaten ziemliche Fortschritte, so dass der Oberst mit Ende März die Er­richtung von zwei Bataillonen dem Hofkriegsrathe melden konnte, während die beiden anderen sich zu sammeln begannen; es mussten jedoch noch die Orte Skalitz, Teschen und Jablunka als Er­richtungs-Stationen in Verwendung genommen werden. Das in Skalitz stehende Bataillon wurde nach Böhmen beordert, während das Hradischer Bataillon nach Brünn bestimmt wurde. Während des Marsches erhielten die zwei Bataillone Gegen­befehl, das erste Bataillon unter Commando des Oberstlieutenants

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