Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1696. 165 600 Mann besetzte, schwer zugängliche Schloss mit Erfolg vertheidigte. Die Venetianer mussten sich im Angriffe gegen das letztere auf den Minenkrieg verlegen, machten aber damit so langsame Fortschritte, dass der Pascha von Skutari Zeit gewann eine Armee zu sammeln. Er griff das Lager der Venetianer am 26. August an, verlor jedoch bei diesem Unternehmen 1000 Mann und wurde selbst tödtlich verwundet. Am 3. September unternahm Delfino einen Sturm, büsste aber durch die tapfere Besatzung viele Leute ein und war nicht im Stande, sich auf der Bresche behaupten zu können. Da ein neuer Angriff der Ersatz-Armee zu erwarten stand, hob Delfino, nachdem er die Stadt in Brand gesteckt hatte, die Belagerung am 5. September auf. Feldzug 1697. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türken— krieg. — Theatrum europaeum. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osman sehen Reiches. —. Feldzüge des Prinzen Eugen von Savoyen. I. Serie II. Band — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. Dem Wunsche des Kaisers entsprechend, sollte der Kurfürst von Sachsen auch im Jahre 1697 den Oberbefehl über die Armee in Ungarn behalten und ihm der Feldmarschall Prinz Eugen von Savoyen als militärischer Rathgeber an die Seite gestellt werden. Der Letztere betrieb die Rüstungen mit dem grössten Eifer und Nachdrucke, stiess aber bei der Durchführung seiner Intentionen auf vollständige Erschöpfung der Cassen und sonstigen Hilfsquellen. Aus diesem Grunde verzögerte sich der Beginn der Operationen und der Hofkriegsräth, welcher anfänglich eine Unternehmung gegen Belgrad oder Temesvár in Aussicht genommen hatte, musste diese Projecte wieder fallen lassen. Schliessslich wurde ganz im allgemeinen befohlen, dass die Armee sich bei Vörös-Mart und Mohács zu sammeln, dann bei Sémiin eine Stellung zu beziehen und in dieser abzuwarten habe, ob der Feind sich gegen Peter­wardein oder Siebenbürgen wenden würde. Noch vor dem Antritte des Vormarsches der Haupt-Armee gegen Peterwardein sollten die croatischen National-Truppen einen Versuch zur Eroberung von Bihac unternehmen und hiebei von dem bei Essegg stehenden GFWM. Starhemberg und dem Obristen Kyba, Commandanten von Brod, unterstützt werden.

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