Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Tokaj. Sáros-Patak. Tokaj. Sáros-Patak. Während die kaiserlichen Regimenter auf dem Marsche nach den ihnen angewiesenen Sammelplätzen begriffen waren, kam auf Veranstaltung türkischer od er französischer Emissäre in Ober-Ungarn ein Aufstand zum Ausbruche, der zwar keine besondere Bedeutung besass, in Wien aber dennoch grosse Besorgniss hervorrief. Nachdem es in dem Flecken Viszoly zuerst zu Thätlichkeiten zwischen Marodeurs des Husaren-Regimentes Deák und einem aus Sáros-Patak entsendeten schwachen Detachement gekommen war, rottete sich das Landvolk in grössere Schaaren, die sich unter die Führung des Franz Tokay und Georg Szalontai stellten, zusammen. Diese überfielen in der Nacht auf den 1. Juli gleichzeitig Tokaj und Sáros-Patak, bemächtigten sich beider Plätze und hieben die schwachen Besatzungen nieder. Der Aufruhr gewann nun grössere Ausbreitung und die Rebellen beabsichtigten den jungen Franz Rákóczi, einen Meister in Verstellung und Tücke, in Szerencs zu überfallen, festzunehmen und an ihre Spitze zu stellen. Rákóczi, von diesen Anschlägen unterrichtet, entzog sich diesen Plänen indessen durch schleunige Flucht nach Wien. Die Insurgenten hatten inzwischen durch kaiserliche Truppen empfindliche Schlappen erlitten und FZM. Nigrelli, Commandant von Ober-Ungarn, ergriff mit Alexander Károlyi, dem Obergespan von Szathmár, geeignete Massregeln zur Herstellung der Rübe. Mit geringen Streitkräften erschien der Prinz von Vaudemont am 16. Juli vor Tokaj, dessen Umgegend in vollem Aufstande war, und Hess, ohne die ihm von Nigrelli nachgesendeten Verstärkungen abzuwarten, sofort 500 Dragoner und 400 Kürassiere absitzen und zum Angriffe vorgehen. In einem kurzen Kampfe verloren die Rebellen 300 Mann und mussten schliesslich in das Reduit retiriren. Dieses wurde mit Bomben beworfen und am folgenden Tage ebenfalls genommen. Nur ein kleiner Rest der Insurgenten entkam nach Sáros-Patak, welchen Platz Vaudemont jedoch schon am 20. Juli im ersten Anlaufe gleichfalls erstürmte und damit den Aufstand im Wesentlichen beendete. Gleichzeitig mit diesen Vorgängen in Ober-Ungarn gelangte auch das Project gegen Bihac zur Ausführung. FML. Graf Franz Auersperg, damals Commandant der Grenze, hatte zu dieser Unternehmung 13.000 Mann mit 32 Geschützen bestimmt, von welchen sich 9000 Mann bei Sluin zu sammeln hatten, während