Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1695. 157 ersten Sturme am 2. August verloren sie aber gegen 1200 Mann und durch einen am nächsten Tage von den Venetianern unter­nommenen Ausfall abermals 600 Mann. Diese grossen Verluste und die Nachricht, dass Delfino mit 12.000 Mann zum Entsätze heranrücke, veranlassten die Türken, die Belagerung schleunigst abzubrechen und am 4. August über die Narenta zurückzugehen. Die Venetian er setzten den Ahziehenden nach und erbeuteten deren ganzen Train und einen Theil ihres Lagers. Ungeachtet dieser wiederholten und schweren Verluste erschien der zum Seraskier erhobene Pascha von Bosnien am 12. September mit 20.000 Mann nochmals vor Citluk und eröffnete drei Tage später die Laufgräben. Der Proveditore Dona, welcher die venetia- nische Besatzung befehligte, leistete aber so zähen und erfolg­reichen Widerstand, dass der Feind schon nach acht Tagen, am 20. September, unverrichteter Sache abziehen musste. Nach dem Rückzuge des Seraskiers erschien der Proveditore Marcelli von Cattaro vor dem befestigten Schlosse Klobuk und eroberte es nach einer Belagerung von neun Tagen. Feldzug 1695. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. — Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs, Jahrgang 1886. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. Zu Anfang des Jahres 1695 starb Sultan Achmed II. und sein Nachfolger, Mustapha II., verkündete, dass er sich, was seit langer Zeit nicht mehr geschehen war, mit seinen Truppen in das Feld begeben und alle Entbehrungen und Anstrengungen mit denselben tbeilen wolle. Dieser Schritt des Grossherrn verfehlte nicht das Heer zu begeistern und die Kampflust des osmanischen Volkes so zu steigern, dass der Grosswesir Muhammed in kurzer Frist eine an Zahl und Tüchtigkeit gleich bedeutende Armee auf­zustellen vermochte. Solchen Anstrengungen des Feindes gegenüber musste auch der Kaiser Alles aufbieten, um in Ungarn mit einem an­sehnlichen Heere auftreten zu können. Da die meisten kaiserlichen Regimenter und die tüchtigsten Generale gegen Frankreich fochten konnte die Completirung der Armee in Ungarn wieder nur durch

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