Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Majdan. Dubica. Krupa. Otoka. nur in kleinen Tagemärschen gegen die Save vorzurücken, so dass der 10. September herangekommen war, bis der Markgraf die Armee, ungefähr 32.000 Mann, vollständig vereinigt und mit ihr Peterwardein erreicht hatte. Hier gesellte sich zum Typhus, von dem auch der Oberbefehlshaber ergriffen wurde, bald noch die Ruhr. Allerdings wütheten beide Krankheiten auch in der feind­lichen, 60.000 Mann starken Haupt-Armee, welche der Grosswesir Hadschi-Ali inzwischen bei Belgrad gesammelt hatte, und brachten es mit sich, dass von keiner Seite an die Eröffnung der Operationen gedacht werden konnte. Hadschi-Ali begnügte sich damit, Belgrad und das dortige verschanzte Lager stärker befestigen zu lassen, während der Markgraf an den Fortificationen von Peterwardein arbeiten, im Geschützbereiche des Platzes ein Lager herstellen und letzteres durch eine Schiffbrücke mit dem linken Donauufer in Verbindung setzen liess. Nachdem der Grosswesir Belgrad, Temesvár, die Citadelle von Gyula und Jenő mit starken Besatzungen und hinlänglichem Proviant versehen hatte, entliess er seine Armee in die Winterquartiere. Der Markgraf that dasselbe, übergab das Ober- commando an den FM. Herzog von Croy und trat die Reise nach Wien an, um seine stark erschütterte Gesundheit hersteilen zu lassen. In Bosnien liess der Banus von Croatien durch eine Abthei­lung Nationaltruppen unter Michael Vidakovich Majdan erobern und verbrennen, wogegen die Türken ihrerseits einen Augriff auf Dubica unternahmen, von der kaiserlichen Besatzung aber energisch abgewiesen wurden. Später legte ein croatisches Streifcorps Krupa in Asche und besetzte das vom Feinde freiwillig aufgegebene Otoka. Diese Verwüstungszüge dauerten bis tief in den Winter 1692/93 fort und erstreckten sich bis vor Ljubia und andere im Innern Bosniens gelegene Ortschaften, während ein Einbruch der Türken in das Grenzgebiet der Lika für dieselben verderblich endete. In Dalmatien und Albanien wurden die Streif- und Plünderungs­züge ebenfalls von beiden Seiten eifrigst fortgesetzt, ergaben aber für keine der kriegführenden Parteien einen eigentlichen Sieg oder eine entscheidende Niederlage. Da die Türken, um eine Haupt- Armee aufbringen zu können, ihr Grenzgebiet von Truppen ziem­lich entblösst hatten, konnten die Venezianer und deren Verbündete

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