Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Hauptmann Kulnigg: Die Römer im Gebiete der heutigen österreichisch-ungarischen Monarchie. Erläuterungen zu einer Uebersichtskarte

Die Römer im Gebiete der heutigen österr.-ungar. Monarchie. 297 Bei Ala nova (Klein-Schwechat) und Aequinoctium (Fischamend) lag eine Escadron dalmatinischer Reiter (Ala I. Dalmatorum). Zu bestimmteren Nachweisen reichen die Quellen nicht. Cultur und Volk. Zur Zeit, als die Römer sich im Alpengebiete festsetzten, zeigten die heute blühenden Alpenthäler Urwaldbestände und Gletscherab­lagerungen, die Thalebenen waren wenig besiedelt und bebaut, oft versumpft, doch kannte man den Ackerbau und betrieb ihn, wie be­sonders die Viehzucht, nach Kräften. Römische Schriftsteller sprechen schon von der Fruchtbarkeit, die diesen Ländern zukomme, sie unter­scheiden aber zwischen den gebirgigen und den ebenen Theilen derselben. Strabo sagt, »der norische Boden ist kalt und weniger fruchtbar als der rhätische, wo sich aber die Berge verflachen, ist er sehr fruchtbar«, (wörtlich »erfreulich«) .... und weiter »dass das Land guter Bebauung fähig sei«, und »dass es wohl­bestellte Felder gäbe«. Da nun diese Länder bis an Italien heran­reichten, war es natürlich, dass die Bewohner derselben die köst­lichen Früchte des Südens kennen und schätzen lernten; der Weinstock wurde nun auch im heimathlichen Boden an der Drau und Save gepflanzt und gepflegt, es gelang, diese Pflanze zu acclimatisiren und ertragbar zu machen. Nach Aquileja brachte man Vieh, Häute und Käse zu Markt. Plinius schildert das Hornvieh aus den Alpen als klein und ge­drungenen Körperbaues, vorzüglich geeignet zur Beweidung der Berghalden. Ausserdem wurde aber auch Schaf-, Ziegen- und Pferdezucht betrieben. Einen lebhaften Antheil am Verkehr hatte der Bergbau, der schon vor der römischen Besitzergreifung schwungvoll betrieben wurde. Nicht nur auf unermessliche Eisen- und Bleilager, auch auf Gold und Silber wurde gebaut. Kenntniss und Gebrauch des Eisens reicht bei den keltischen Völkerschaften bis in graue Vorzeit zurück. Clemens von Alexandrien macht die Noriker zu den ersten Auffindern des Eisens. Strabo hingegen erzählt, dass 1200 Stadien oberhalb Aquileja die Stadt Noreja gelegen sei (Einöddörfl, Teuffen- bach in Steyermark), welche ausgedehnte und vortreffliche Eisen­fabriken besitze. Ebenso wird vom Salzbau berichtet. Derselbe 57

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