Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Hauptmann Kulnigg: Die Römer im Gebiete der heutigen österreichisch-ungarischen Monarchie. Erläuterungen zu einer Uebersichtskarte

284 K u 1 n i g g. dafür fielen dem Lande oder der Provinz zur Last. Erst Septimius Severus liess diese Ausgaben durch den Fiscus zahlen. Nur kaiser­liche Funetionäre durften sich dieser öffentlichen Anstalten bedienen und hatten hiezu eigene Marschrouten nöthig. Reisen wurden zu Pferde oder mittelst zweirädriger Wagen gemacht. Diese Fuhrwerke, die nicht über 600 Pfund schwer sein durften, waren eine Art Postkalesche und fuhren sehr rasch. Die vierrädrigen schweren Fuhrwerke für Proviant und Frachten hatten breite Räder, um die Strassen zu schonen. Notizen über die römischen Heeres-Einrichtungen. In der Augusteischen Zeit, sowie in den unmittelbar darauf­folgenden Jahren diente die römische Armee an der Donau wesent­lich als Grenzvertheidigung. Die friedlichen Provinzen waren ohne ständige Besatzung (inermes, ohne Garnison), während in den Befestigungen der Rhein- und der Donau-Linie beständige Garnisonen zum Schutze der Hinterlande lagen. Ein ähnliches System wurde auch in Vorder-Asien befolgt, welches ohne Besatzungen belassen wurde, während zum Schutze Syriens gegen die Parther am Euphrat drei bis vier Legionen, unter Domitian und Trajan 81—117 bis zu zehn Legionen con- centrirt standen. Aegypten und Afrika waren durch besondere Truppen-Corps gedeckt, wie Rom auch in Spanien solcher bedurfte, um die lusi- tanischen Gebirgsvölker im Zaume zu halten. Bis zum Schlüsse des ersten Jahrhunderts n. Chr. befand sich die verhältnissmässig grösste römische Streitmacht am Rhein, acht Legionen, während in den illyrischen Provinzen, Dalmatien, Mösien und Pannonien, zusammen nur sechs bis sieben Legionen stationirt waren. Unter Domitianus und später unter Trajan 98—117 n. Chr. wurden dagegen an der Donau jedoch zuerst zehn, endlich zwölf Legionen versammelt. Ebenso blieben nach der Eroberung von Britannien hinläng­liche Truppen als Garnisonen in diesem Lande. Im grossen Ganzen zeigt sich die Dislocirung der römi­schen Armee als eine Art grosser Militär-Cordon in Gruppen um 44

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