Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)
Hauptmann Kulnigg: Die Römer im Gebiete der heutigen österreichisch-ungarischen Monarchie. Erläuterungen zu einer Uebersichtskarte
Die Körner im Gebiete der heutigen österr.-Ungar. Monarchie. 271 Unter den Colonien und Municipalstädten wäre noch Salinum (Tórda) zu erwähnen, welches, wie der Name bezeichnet, den Salzbergwerken seine Entstehung verdankt. Nordwestlich von der jetzigen Stadt erhebt sich auf dem Thalrande ein Plateau, auf dem man die Wälle eines umfangreichen römischen Lagers noch sehr deutlich erkennen kann. Von den militärischen Standlagern (Státivá, Castra stativa) der römischen Legionen, Cohorten und Alen in Siebenbürgen sind viele Spuren vorhanden. Die militärischen Standorte haben durchaus die fruchtbarsten Ebenen und Thäler, zumeist an den grösseren Flüssen des Landes, eingenommen. Bei der weiten Entfernung von Hilfsquellen und der Nothwendigkeit, die Verpflegung im eigenen Bereiche zu sichern, findet sich die Erklärung hiefür leicht. In dem westlichen Theile Siebenbürgens, im Maros-Thale und dem Thale der grossen Kokel finden sie sich am zahlreichsten; doch liegen auch einige derselben im Alt- und Szamos-Thale. Castra und Castelle im Maros- und Kokel-Thale: 1. Bei Gredistie in der Nähe von Várhely auf höhergelegenem Puncte war eines der grössten und am stärksten befestigten Lager; jetzt zum Theile von Obstpflanzungen und armseligen Strohhütten bedeckt. 2. Gleich unter Alsó-Városoviz am linken Ufer des Orestiora- Flusses, welcher nach der Stadt Broos hinabfliesst, findet man das zweite Castrum. Die Ostseite ist von den Wassert!uthen des Ge- birgsflusses weggerissen. 3. Zwischen Vetzel und Maros-Némethi liegt das dritte Castrum, dessen nördliche Seite dicht an das linke Maros-Ufer und dessen südliche Seite bis an die von Déva nach Dobra hinführende Landstrasse reicht. 4. Ein viertes Castrum bestand bei Csikmö im Maros-Thal. 5. Das fünfte Castrum Apulum zeigt sich an der Stelle, an welcher heute das alte Schloss bei Karlsburg steht. Dasselbe wurde im Jahre 1715 zur Festung umgebaut und dabei vielfach die Spuren des römischen Lagers vernichtet. Die Lage der Colonie Apulum (Karlsburgj kann nach der Colonie Ulpia Trajana annähernd beurtheilt werden. Da der Zwischenraum von der Hauptstadt Daciens, längs der Strell 31