Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Hauptmann Kulnigg: Die Römer im Gebiete der heutigen österreichisch-ungarischen Monarchie. Erläuterungen zu einer Uebersichtskarte

Die Römer im Gebiete der heutigen österr.-ungar. Monarchie. 261 sträng, der ausserdem hier noch eine Parallel-Verbindung über Yalle Cariniana (Garáb hegy) aufnahm. 3. Von Sabaria (Steinamanger), Magentiana (Pusta Fenék), Valcum (Bönhönye), Silacensis (Hencse), Sopianae (Fünfkirchen), Altinum (Mohács) nach Mursa (Esseg). Die directe Verbindung an der Donau abwärts war hergestellt über Campona (Tétény), Matrica (Ercsi), Vetus salina (Adony), Intercisa (Duna Pentele), Annamantia (Duna-Földvár), Lussunium (Kömlöd), Alcisca (Tolna), Ripa alta (Szegszárd), Altinum (Mohács), Donatiana (Keskend), Mursa major (Esseg). Die Donaustrecke abwärts Campona bis über Intercisa (Duna Pentele) und Annamantia (Duna-Földvár) scheint als die gefähr- detste in Bezug auf feindliche Einbrüche betrachtet worden zu sein; wenigstens erscheinen hier die Warten dicht aneinander. Es waren neun kleine Castelle in quadratischer Form und mit dammartig gemauerten Wegen in Verbindung. Marsigli hat die Beschreibung dieser Bauten hinterlassen und diese ist von umso grösserem Werthe, als heute keine Ueberreste von jenen Befestigungen mehr vor­handen sind. Eine weitere Befestigung erscheint in Lussunium (Kömlöd) eine Stunde nördlich von Paks. Das ganze weite, grosse Terrain zwischen Donau und Save, den Bakonyer-Wald und den Platten-See in sich schliessend, war so mit . einem wohlangelegten Netze von Verbindungen und Befesti­gungen umsponnen, dass den Römern von jedem Puncte an der Donau der sichere Rückzug nach dem Innern und ebenso die volle Operationsfreiheit gewahrt blieb. Der untere Theil der Donau gestaltet sich günstiger für die Ver­teidigung, da die Höhen vielfach knapp an den Strom heran­treten, andererseits dieser, sich in viele Arme spaltend und viele Sümpfe bildend, selbst die Annäherung des Feindes erschwert. Trotz dieser günstigen Verhältnisse waren die Römer nicht sorglos und mochten die Winterszeit in das Auge gefasst haben, als sie auch diesen Theil der Grenze mit mehreren, wenn auch kleineren Castellen versahen. Unterhalb des befestigten Punctes Alcisca (Tolna) drängt sich der Fluss Sárvíz ziemlich nahe an die Donau heran, indem er dem Gebirge ausweicht. An dieser Stelle, 21

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