Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Die Rákóezi’schen Unruhen. 217 rückte er jedoch vor Fogaras und versuchte diesen wichtigen Platz den Kaiserlichen zu entreissen, welches Unternehmen schwere Verluste für die Angreifer zur Folge hatte und ohne jedes Resultat blieb. Pekri rückte hierauf längs des linken Ufers der Alt abwärts und verlegte abermals die Communication mit der Walachei. Als aber die Insurgenten gegen Hermannstadt vorzugehen wagten, wurden sie von dem mittlerweile zum Generalfeld Wachtmeister beförderten Tige zurückgetrieben und verloren 200 Todte und eine grössere Anzahl von Gefangenen. Ebenso grosse Anstrengungen wie Tige, der bei all seiner Thatkraft die Capitulation der kleinen und vollkommen exponirten Besatzung von Bethlen nicht hatte verhindern können, mussten die im östlichen Tlieile von Ungarn befindlichen kaiserlichen Garnisonen anwenden, um sich gegen ihre zahlreichen Gegner zu behaupten. Károlyi, welcher bei 15.000 Mann befehligte, hatte den Posten Sarkad an der schwarzen Körös besetzt und dadurch die Verbindung zwischen Grosswardein und Arad bedroht. Der Commandant von Arad wollte sich des Platzes wieder bemächtigen und bestimmte zu dieser Unternehmung die zur Garnison gehörigen Raizen unter ihrem Obristen Thököly, 50 Füsiliere und zwei leichte Geschütze. Das Detachement erschien am 13. Februar vor Sarkad, stürmte aber ohne Erfolg die mittlerweile verstärkten Werke und musste nach einem Verluste von 20 Mann den Rückzug nach Arad antreten. Eine Woche später, am 20. Februar, unternahmen die Insurgenten einen Angriff auf die von Raizen besetzte Schanze bei Csanád und eroberten sie nach einer zweitägigen Beschiessung. Später räumten sie den Platz jedoch freiwillig, worauf die Kaiserlichen die Befestigungen wieder herstellten. Im Laufe des Monats März erschien Károlyi vor Arad und schloss es ein, wurde aber durch eintretendes Hochwasser genöthigt, die Cernirung bald wieder aufzugeben. Ende Juni rückte er abermals vor die Festung und begann dieselbe aus 12 Geschützen und zwei Mörsern zu beschiessen, musste aber nach einigen Tagen die Belagerung wieder unverrichteter Sache abbrechen, da der kaiserliche Commandant Obrist Wilson tapferen Widerstand leistete und sich das Gerücht verbreitet hatte, dass FM. Rabutin im Anmarsche begriffen sei. Die gleiche Ursache veranlasste die Insurgenten, die Blokade von Grosswardein aufzugeben. Fogaras. HermannStadt. Bethlen. Sarkad. Csanád.