Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

218 Feldzug 1707. Mittel­Pullendorf. Kapuvár. Der Abmarsch des Corps Rabutin von der Raab gegen Osten fand erst in der zweiten Hälfte des Monats August statt. Er er­folgte über Ofen, Soroksár, Kis-Körös und Halas nach Szegedin. Bei der Annäherung der Kaiserlichen gingen die Insurgenten hinter die Theiss zurück, verbrannten jedoch noch vorher, um den Marsch Rabutin’s zu erschweren, den volkreichen Ort Halas. Nach einem kurzen Aufenthalte bei Szegedin rückte der Feldmarschall gegen Arad und- dann längs der Maros aufwärts, erreichte am 3. October den Boden Siebenbürgens und traf, ungefähr eine Woche später, in Hermannstadt ein. Von hier aus wurden die wichtigsten Plätze des Landes mit Lebensmitteln versehen und die von Rabutin aus­gesendeten Detachements säuberten bis Ende November ganz Siebenbürgen von den Aufständischen. Nach dem Abzüge Rabutin’s brachte Bottyán seine Streit­kräfte bis auf 10.000 Mann und verheerte damit das nördliche Ufer des Neusiedler-Sees, während Bezerédy seine Schaaren gegen Eisenstadt und Steyermark entsendete. G. d. C. Graf Pálffy, ausser Stande den Mordbrennereien der Insurgenten in Nieder-Oesterreich und Steyermark zu wehren, bat um Zuweisung von 1500 bis 2000 deutschen Reitern aus Ober-Ungarn. Da Kaiser Josef I. dieses Ansuchen bewilligte, musste FM. Starhemberg seine glücklich be­gonnene Offensive unterbrechen, das Gros seiner Truppen von der Neutra an die Waag zurücknehmen und dasselbe bei Szered eine Lager­stellung beziehen lassen. Starhemberg selbst eilte mit 2000 Reitern von Pressburg nach Oedenburg, wo er am 8. September eintraf. Seine Ankunft bestimmte die Insurgenten, auf allen Puncten zurück­zuweichen, wobei ihnen der Feldmarschall bis Warasdorf folgte, während Ebergényi noch weiter südwärts vorgeschoben wurde. Dem Letzteren gelang es, bei Mittel-Pullendorf eine grössere Ab­theilung zu zersprengen und derselben reiche Beute abzunehmen. Da die Kuruczen jedem grösseren Zusammenstosse mit den Kaiser­lichen sorgfältig auswichen, konnte Starhemberg Sárvár ungehindert verpflegen und sich hierauf mit Pálffy vereinigen, der eben bei Kapuvár sieben feindliche Escadronen zersprengt hatte. Inzwischen hatten sich die Verhältnisse auf dem linken Donauufer wieder wesentlich verschlimmert. Anton Esterházy rüstete zur Belagerung von Szered und Ocskay traf Anstalten in Mähren einzubrechen. Unter solchen Umständen dirigirte Starhem-

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