Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Die Rákóczi’schen Unruhen. 213 die Truppen auf dem rechten Donauufer befehligte, konnte sich in Folge dieser Unfälle nicht länger an der Raab behaupten und führte seine Streitkräfte in eine Stellung bei Deutscli-Kreutz. Mitte Juni gab er auch diese auf und ging hinter die Linien zwischen Oedenburg und dem Neusiedler-See. An der Raab blieben nur noch Kapuvár, Sárvár, Körmend und St. Gotthard im Besitze der Kaiserlichen. Nunmehr übernahm Pálffy, welcher mit 2000 Grenzern aus Steyermark eingetroffen war, während Nehem nach Slavonien zurückkehrte, das Commando über alle auf dem rechten Ufer der Donau stehenden Truppen. Mittlerweile besetzte Bezerédy am 8. Juni Güns und Bottyán bereitete in seinem Lager hei Lébény-Szent-Miklós einen Ueberfall auf die mangelhaft befestigte Raaher Vorstadt Sziget vor. Am 22. Juni rückten die hiefür bestimmten Abtheilungen der Insurgenten nach Abda (Brückl) vor. Bei Einbruch der Nacht durchwateten sie nächst dem Jesuitenkloster die Rähnitz, erstiegen die Erd wälle und hieben an mehreren Stellen die Pallisaden um. Die überraschte, aus Raizen bestehende Besatzung der Vorstadt wurde theils in die Wieselburger Donau, theils gegen die in die eigentliche Festung führende Brücke getrieben, worauf Sziget geplündert und in Brand gesteckt wurde. Durch den nächtlichen Kampf war jedoch die Garnison von Raab alarmirt worden und tiel unter dem tapferen Obristen Toldo beim Wiener Thore aus. Nach einem kurzen, sehr blutigen Kampfe wurden die Kuruczen aus Sziget vertrieben und Bottyán gezwungen, die gutgewählte Stellung, welche er in der Nähe bezogen hatte, wieder zu räumen. Bedeutender als dieses Gefecht muss ein Erfolg angeschlagen werden, welchen bald darauf der Commandant von Ofen, FML. Pfeffershofen, über die Aufständischen errang. Diesem General gelang es nämlich, die seit Februar eng eingeschlossene Festung Stuhl- weissenburg mit Lebensmitteln zu versehen. Das hiezu verwendete Detachement zersprengte eine Insurgenten-Abtheilung bei Pákozd, zerstörte ihre Pulverfabriken in Palota und die Befestigungen bei Csikvár und kehrte endlich mit reicher Beute und ohne Verlust nach Ofen zurück. In der zweiten Hälfte des Monats Juli Hess Pfeffershofen die in den Weinbergen nächst Ofen eingenisteten Insurgenten überfallen und unter empfindlichen Verlusten vertreiben, so dass in der Umgebung von Ofen für längere Zeit Ruhe eintrat. Sziget. Pákozd

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