Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
214 Feldzug 1707. Um Stuhlweissenburg noch nachhaltiger zu versichern, als es bereits durch FML. Pfeffershofen geschehen war, erhielt G. d. C. Graf Pálffy den Befehl, einen ausgiebigen Provianttransport nach diesem Platze zu schaffen und dessen Garnison abzulüsen. Pálffy liess ein Bataillon, 400 Grenzer und zwei Dragoner-Regimenter unter GFWM. Ebergényi bei Oedenburg zurück und marschirte am 10. Juli mit seinen Truppen über Kapuvár nach Csorna. Bottyán wich den Kaiserlichen aus, indem er bei Árpás auf das rechte Ufer der Raab zurückging und Pálffy konnte den gefährlichsten Theil des Bakonyerwaldes ungehindert passiren, seinen Auftrag ausführen und ohne jede Belästigung wieder nach Raab zurückkehren. Umso thätiger hatten sich die Insurgenten gegen das schwache Corps Ebergényi bewiesen. Bezerédy benützte die Abwesenheit Pálffy’s und durchbrach wiederholt und an verschiedenen Orten die Linien der Kaiserlichen, wobei besonders die Umgebungen von Burgau, Schwarzenbach, Mattersdorf, Bruck und Parndorf schwer zu leiden hatten. Anfangs August erhielt FM. Rabutin den Befehl, zu seinem bei Raab stehenden Corps abzugehen und den Marsch gegen Ofen anzutreten, in Betreff der weiteren Vorrückung an die Theiss jedoch sich mit dem FML. Pfeffershofen ins Einvernehmen zu setzen. In Szegedin solle der Feldmarschall Nachrichten über die festen Plätze in Niederungarn einziehen, diesen, falls es noting, Unterstützungen zuwenden und dann den Vormarsch gegen Siebenbürgen fortsetzen. Auf diesen Befehl hin traf Rabutin am 7. August im Lager von Lébény, westlich von Raab, ein, wo 3032 Mann Fussvolk und 2865 Pferde versammelt waren. Als er hier in Erfahrung brachte, dass Bottyán noch immer seine Stellung unweit Árpás festhalte, entschloss sich der Feldmarsch all, ihn durch einen Angriff zu verdrängen. Rabutin liess die Infanterie unter dem GFWM. Löffelholz bei Kroatiscli-Kimling Stellung nehmen und brach mit der Reiterei, gemeinschaftlich mit Pálffy, in der Nacht vom 13. zum 14. August gegen die Arpáser Raab-Brücke auf. Bottyán verstand jedoch, dem Angriffe auszuweicheu und ging bis Karakó an der Marczal zurück. Ohne den Gegner weiter zu berücksichtigen, wandten sich die Kaiserlichen mit dem Gros südwärts, gegen Pápa, welche Stadt sie, ohne auf Widerstand zu stossen, am 14. August besetzten.