Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Tapolca. Ság. Alsó-M estcrl. gegen die Raab Vordringen würde, sofort in dessen Rücken Stellung zu nehmen. Diese Massregeln nöthigten Starhemberg thatsächlich, die beab­sichtigte Annäherung an Rabntin aufzugeben, und auch der Letztere musste mit seinen arg mitgenommenen Truppen auf den Vormarsch nach Pápa verzichten und westwärts in der Richtung gegen Tapolca abbiegen, in welchem Orte er am 25. Februar eintraf. Ein Ver­such, sich des auf einer steilen Kuppe gelegenen Bergschlosses Csobáncz zu bemächtigen, welchen der Feldmarschall von hier aus unternahm, misslang und hatte empfindliche Verluste zur Folge. Das Selbstvertrauen der Aufständischen wurde hiedurch so ge­steigert, dass sie zur Offensive übergingen und das von Rabutin be­setzte Tapolca angriffen. Dieser Angriff wurde zwar abgewiesen, der Feldmarschall fand sich aber veranlasst, seine Truppen in eine neue Position auf den Höhen zwischen Tapolca und Sümeg zu führen. Da Rabutin über das Corps Starhemberg ohne Nachrichten blieb, fasste er den Entschluss, sich seinerseits der Raab zu nähern. Er brach am 1. März auf, marschirte an dem vom Feinde besetzten Sümeg vorüber nach Tiirgye und, nachdem er Bottyán über sein Marschziel zu täuschen gewusst hatte, in einem Gewaltmarsche über Hoszu-Pereszteg und Jánosháza nach Ság bei Kis-Czell, wo er sich am 3. März mit Max Starhemberg und Ebergényi vereinigte. Diese beiden Generale waren nämlich auf die Kunde von Rabutin’s Annäherung an demselben Morgen mit 2000 Reitern bei Sárvár über die Raab gegangen und hatten tagsüber eine Stellung zwischen Ság und Alsó-Mesteri gegen wiederholte Angriffe der Insurgenten unter Bezerédy und Réthey behauptet. Rabutin ver­legte seine Truppen nun in die so dringend benöthigten Erholungs­quartiere, welche sich von der Raabau bis nach St. Gotthard er­streckten. Nördlich der Donau hatten die Insurgenten die lange um­schlossene Festung Leopoldstadt auf das Aeusserste gebracht, so dass der Platz sich wegen Mangel an Lebensmitteln höchstens noch durch 14 Tage behaupten konnte. Um jeden Versuch eines Ent­satzes zu vereiteln, hatten die Insurgenten zwischen Tyrnau und Pressburg ein Corps von 2000 Mann zusammengezogen und dem­selben auch Artillerie beigegeben. Da der Besitz von Leopoldstadt von der höchsten Wichtigkeit war, unterzog sich FM. Graf Starhem-

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