Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1706. 201 Grosswardein. Klausenburg. Thorda. Halmágy. Alsó-Szilvás. Belényes fiel erst zwei Monate später, im März, in kaiserlichen Besitz, als die Insurgenten es freiwillig aufgegeben hatten. Gleichzeitig kam es auch bei Grosswardein, Klausenburg und Thorda zu wiederholten blutigen Zusammenstössen, indem einerseits GFWM. Graf Fels, Commandant von Grosswardein, die Blokadetruppen mehrmals zu durchbrechen suchte, andererseits die Insurgenten die Winterquartiere der dänischen Truppen häufig beunruhigten. FM. Rabutin hatte den Befehl erhalten, Grosswardein mit Proviant zu versehen, Szolnok zu nehmen und sich von dort aus eine sichere Verbindung mit Ofen zu eröffnen. Während Rabutin seine Truppen, um dieser Weisung nachzukommen, sammelte, nahm Csáky mit einer starken Insurgentenabtheilung im Mai das befestigte Halmágy. Er überschritt hierauf unterhalb Déva die Maros und besetzte Dobra, die dortige Schanze und den Eisernen Thor-Pass. Obrist Tige, der im Gebiete des Strell connnandirte, musste sich gegen Weissenburg (Karlsburg) zurückziehen. Während Orosz seine im Lande zerstreuten Banden am mittleren Szamos sammelte, coneentrirte Károlyi bedeutende Streitkräfte in den Aranyos-Défiléen. Rabutin schloss aus diesen Bewegungen, dass die Insurgenten ihn zwar nach der Theiss abmarschiren lassen, dann aber die Verbindung mit Siebenbürgen verlegen wollten. Der Feldmarschall fasste deshalb den Entschluss, noch vor dem Ahrücken nach Ungarn einige dahin führende Pässe wieder in seine Gewalt zu bringen und war eben mit der Durchführung dieses Planes beschäftigt, als er in Mühlbach die Nachricht von dem Abschlüsse des Waffenstillstandes erhielt. Rabutin begann mit den Aufständischen Unterhandlungen wegen der Feststellung der beiderseitigen Cantonnirungs-Rayons, entsendete aber, da Csáky seine Offensivbewegung ungeachtet der abgeschlossenen Waffenruhe nicht einstellte, den GFWM. Virmond mit den Reiterregimentern Gronsfeld und Uhlefeld, dann einigen hundert Raizen zur Unterstützung des über den Strell zurückgedrängten Obristen Tige. Virmond vereinigte sich am 2. Juni mit Tige und rückte in das Lager hei Vajda-Hunyad, wo er erfuhr, dass Csáky hei Alsó-Szilvás eine Stellung bezogen habe. Entschlossen den Vertragsbruch des Feindes zu bestrafen, liess Virmond 250 Mann zum Schutze seines Trains zurück und brach mit allen übrigen Truppen in der Nacht auf den 3. Juni