Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

200 Die Kákóczi’schen Unruhen. Deutsch­Kreuz. Igal. Ungarisch­Altenburg. Kaltenstein. Déva. Belényes. concentrirt und am 3. März ging dasselbe über die Leitha vor. Wie gewöhnlich suchte der Gegner einen Zusammenstoss zu ver­meiden und wich gegen Kapuvár und den Hanság zurück, wo­bei jedoch seine Nachhut am 7. März bei Deutsch-Kreutz ein­geholt und zersprengt wurde. Pálffy fand Güns und Steinamanger vom Feinde geräumt und vereinigte sich am 21. März bei dem letzteren Orte mit Heister, dessen Marsch sich aus verschiedenen Ursachen verzögert hatte. Schon früher war Herberstein mit 50 Mus­ketieren, 3000 Slavoniern und drei Geschützen von Fünfkirchen aufgebrochen. Er schlug am 14. Februar bei Igal die Schaaren Bottyán’s und nahm denselben alle Geschütze und seinen ganzen Train ab. Da sich aber die raiziscken Milizen nach diesem Siege zerstreuten und FZM. Nehem, in Peterwardein von den Rebellen bedroht, ausser Stande war, irgend eine Verstärkung zu senden, musste Herberstein die Offensive wieder aufgeben und bis an die Drau zurückweichen. Pálffy, auf diese Weise der sicher erwarteten Unterstützung beraubt, wandte sich über Oedenburg und Rust gegen Neusiedel. Unterwegs wurde ihm gemeldet, dass Csáky unweit Radkers- burg nach Steyermark eingebrochen sei und das Murthal verwüste, während Forgách, nach kurzem Widerstande der dortigen kaiser­lichen Besatzung, Ungariscli-Altenburg genommen habe. Da die Wiedergewinnung des letzteren Platzes schon aus Rücksicht auf die Freihaltung des Verkehrs auf der Donau von Wichtigkeit erschien, zog Pálffy sofort, ohne erst einen Befehl des Hofkriegsrathes abzu­warten, gegen Altenburg. Seine Vorhut unter Heister stiess nächst Kaltensteinauf 3000Insurgenten unter Ebeczky, welche die Räumung Altenburgs decken sollten. Noch bevor die Kaiserlichen sich zum Angriffe entwickelt hatten, stoben die Kuruczen auseinander, wobei ein grosser Theil derselben von den Verfolgern niedergemacht oder in die Donau gesprengt wurde. Pálffy wollte nun in die Raabau eindringen, als die Nachricht von der abgeschlossenen Waffenruhe seinen Operationen ein Ziel setzte. Im östlichen Ungarn hatten die Feindseligkeiten ebenfalls schon früh im Jahre begonnen. Déva, welches von den Kaiserlichen seit 5. November 1705 eingeschlossen gehalten wurde, musste am 22. Februar an den Obristen Tige capituliren und GFWM. Löffel­holz, Commandant von Arad, versuchte im Januar, sich der Feste Belényes zu bemächtigen. Dieser Angriff scheiterte aber und

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