Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Oedenburg. Jablunka in Schlesien bis Warasdin vertheilt waren, die Grenzen der Erbländer vertheidigen. Schon am 1. Januar erschien Bottyán mit einem ansehnlichen Corps vor Oedenburg und liess die Stadt aus acht Geschützen und fünf Mörsern beschiessen. Das Feuer der Belagerer richtete so grossen Schaden an, dass Bottyán am 6. Januar drei Sturmcolonnen gegen den Platz vorgehen liess. Da aber die aus 400 Mann bestehende kaiserliche Besatzung unter Obristlieutenant Weitersheimb von allen waffenfähigen Bewohnern unter dem wackeren Bürgermeister Dobner unterstützt wurde, konnte der Sturm nach hartnäckigem Kampfe abgeschlagen werden. Die Angreifer hatten dabei so grosse Verluste erlitten, dass Bottyán die Belagerung schon vier Tage später aufgeben musste. Die Insurgenten brachen nun über die Leitha vor, zerstörten mehrere niederösterreichische Orte und bedrohten Hainburg und Bruck an der Leitha, Als gleichzeitig Pálffy melden liess, dass er sich an der Leitha nicht länger halten könne und von Wien abgedrängt zu werden fürchte, wurden aus Bayern und von der March einige Truppen gegen die Leitha gezogen und FZM. Xehern, der commandirende General in Peterwardein, erhielt den Befehl, einige tausend slavonische Grenzer gegen Fünfkirchen und den Sió zu entsenden. In Folge dieser Ordre ging der Obrist Graf Ernst Herberstein Anfangs Februar mit 3000 Mann bei Esseg über die Drau und marschirte nach Fünfkirchen, das er am 7. erreichte. Die nächste Folge dieser Anordnungen war, dass Ocskay über die March vor brach und Nieder-Oesterreich auf dem linken Ufer der Donau auf weite Strecken hin grauenvoll verwüstete. Es wurde daher in einer Conferenz beschlossen, alle verfügbaren Truppen nach Nieder-Ungarn zu werfen, um durch eine gleichzeitige, von der Mur, Drau und Leitha ausgehende Offensive das Land auf dem rechten Donauufer von den Rebellen zu säubern. Pálffy sollte zunächst gegen Oedenburg Vordringen, GFWM. Heister von Fürstenfeld gegen Sümeg oder Sárvár operiren und Herberstein von Fünfkirchen aus die Rückzugslinie der Insurgenten zu gewinnen trachten. Gleichzeitig hatte GFWM. Sickingen mit der Pressburger Garnison gegen die Raabau vorzugehen. Ende Februar war das 1500 Mann Infanterie, 2970 Reiter und sechs Geschütze zählende Corps Pálffy zwischen Ebenfurth und Wiener-Neustadt