Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1691. 141 auf dem rechten Flügel der Approchen erbaut. Schon am 14., an welchem Tage sich die Hayducken des Obristen Molnár des Schlosses Belényes bemächtigten, konnten sich die beiden Batterien in’s Feuer setzen. Nach einer heftigen Beschiessung der Palanka und der Er­bauung von zwei weiteren Batterien, gingen die Generale Barfus und Guido Starhemberg am Abende des 16. October zum Sturme vor, eroberten die Palanka und besetzten sie mit drei Bataillonen. Am 17. passirte die Armee den Körös-, am 18. den Pece-Fluss und schloss sodann Grosswardein auch von der Südseite ein. Noch am 18. October wurde zwischen den genannten Flüssen mit der Aus­hebung der Laufgräben, und zwar 800 Schritte von der Courtine des Kirchhofthores entfernt, begönnen. Die Kaiserlichen erbauten am nächsten Tage am Ufer der Körös eine Batterie von 18 Ka­nonen und 4 Mörsern, auf dem rechten Körös-Ufer eine Enfilir- Batterie von 8 Geschützen und in der Kehle der Palanka Olaszi eine Batterie von 11 Geschützen. Der Markgraf hatte; für den 24. October bereits die Dispositionen zum Sturme getroffen, aber die Türken licssen es auf denselben nicht mehr ankommen, sondern zogen sich, nachdem sie die Stadt an mehreren Stellen in Brand gesteckt hatten, in die Citadcllo zurück. Markgraf Ludwig liess das Feuer löschen und begann hierauf den Bau einer, quer durch die Stadt angelegten Parallele, deren Flügel sich an die beiden Flüsse Körös und Pece lehnten. Zwei Tage später wurde mit der Errichtung einer Bresch- und einer Mörser-Batterie angefangen und eine nach der Palanka Olaszi hinüberreichende Communications- linie in Angriff genommen. Am folgenden Tage gelangten zwei weitere Batterien zur Vollendung, so dass mit dem Bombardement und der Beschiessung der Citadelle angefangen werden konnte. Am 28. kam die Meldung, dass sich bei Gyula feindliche Entsatztruppen versammelten, aber es wurde auch bekannt, dass dieses sogenannte Entsatz - Corps nur aus Tataren, Malcontenten und zusammengelaufenem Gesindel bestand, das der Markgraf einer Beachtung nicht worth hielt. Am 3. November gelang es den Belagerern das Wasser aus dem Graben der Citadelle in den Pece-Fluss abzuleiten und nun wurde der türkische Befehlshaber — jedoch erfolglos -— zur Capi­tulation aufgefordert. Zwei Tage später, am 5. November, zwang das plötzlich eintretende Unwetter den Markgrafen, die Belagerung

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